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Polizei stellt Kriminalstatistik vor

Burgwedel/Isernhagen Polizei stellt Kriminalstatistik vor

2936 Straftaten hat das Polizeikommissariat Großburgwedel 2015 insgesamt verzeichnet. Der deutliche Anstieg um mehr als 16 Prozent basiert hauptsächlich auf den diversen Autoaufbruch-Serien.

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Im Jahr 2015 haben die Autoaufbrüche in Burgwedel und Isernhagen deutlich zugenommen.

Quelle: Archiv

Burgwedel. Sie kommen nachts, schlagen die Seitenscheiben ein und entwenden aus den meist hochwertigen Fahrzeugen die Airbags und festinstallierten Navigationsgeräte. „Es handelt sich um überörtliche Täter, meist Banden“, ist sich Ralf-Emil Bahn, Leiter des Kriminalermittlungsdienstes im Kommissariat Großburgwedel, sicher. Über die nahegelegenen Autobahnen sind die Täter schnell geflüchtet - vermutlich sogar bis ins Ausland. „Es wird noch sehr viel Anstrengung brauchen, diese Taten in den Griff zu bekommen.“ 277-mal machten sich Unbekannte an Autos in Isernhagen und Burgwedel zu schaffen - neben Navis und Airbags ist es immer wieder auch Werkzeug, das zur Beute wurde.

Neben den Diebstählen sind es in der Statistik die Drogendelikte, die deutlich zugenommen haben. 114 Fälle waren es 2014, 221 im vergangenen Jahr - und das findet die Polizei gar nicht so schlecht. „Die Dunkelziffer erhellt sich“, erklärt Bahn den Anstieg. Weil immer mehr Dealer leichtsinnig über Whatsapp und andere Nachrichtendienste ihre Verkäufe abwickelten, nähmen die Ermittlungserfolge zu. „Lange Vernehmungen und Beteiligte, die Namen nennen, braucht es nicht unbedingt. Oft reicht das beschlagnahmte Handy.“ Eine negative Entwicklung sieht Bahn beim Thema Drogen nicht - wer mehr Taten bemerke, habe eben eine andere Statistik. „Und wir reden hier fast ausschließlich von weichen Drogen.“

Die positiven Seiten der Statistik zeigen sich bei häuslicher Gewalt: „Nur“ noch 64 Fälle waren es 2015 - fast eine Halbierung zum Vorjahr. „Die vielen Beratungsangebote zeigen Wirkung“, ist Kommissariatsleiter Günter Heller überzeugt. Auch die Wohnungseinbrüche sind um zehn Fälle auf 102 zurückgegangen. Für Heller ist das nicht befriedigend. Obwohl inzwischen jeder vierte Einbruch aufgeklärt wird, müsse das noch besser werden: „Ein Einbruch ist etwas anderes als ein Autoaufbruch. Das Eindringen in die Privatsphäre hinterlässt auch psychische Spuren“, betont Heller.

Flüchtlinge an 109 Taten beteiligt

Die Sorgen mancher Bürger, dass mit den Flüchtlingen auch die Kriminalität in den Kommunen zunimmt, kann das Polizeikommissariat Großburgwedel nicht bestätigen. Wenn überhaupt – so zeigt die Statistik – begehen Flüchtlinge meist nur leichte Straftaten.

Für die Polizei ist es nicht leicht, aus der Statistik herauszulesen, an welchen der Straftaten im vergangenen Jahr Flüchtlinge beteiligt waren. „Die Kategorie ,Flüchtling‘ gibt es in der Statistik einfach nicht“, erklärt Ralf-Emil Bahn, Leiter des Kriminalermittlungsdienstes. Nur aufgrund von Eigenschaften wie einer ausländischen Staatsangehörigkeit, einem Asylverfahren oder einem unerlaubten Aufenthalt zur Tatzeit könne eine Schätzung abgegeben werden, wie viele Flüchtlinge sich 2015 unter den Tätern befunden haben. Demnach sind bei 1600 aufgeklärten Straftaten in Burgwedel und Isernhagen 109-mal Flüchtlinge unter den Tatverdächtigen gewesen. „Die Masse der hier lebenden Flüchtlinge macht nichts falsch“, betont Kommissariatsleiter Günter Heller. Kleinere Diebstähle (50 Fälle) hätten das Gros der Taten ausgemacht. Auch Fälschungen bei Ausweisen und anderen Papieren sowie Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz (insgesamt 26 Fälle) trügen ihren Teil dazu bei. „In der Summe begehen Flüchtlinge vor allem leichte und mittlere Straftaten.“ Bei den Flüchtlingen ist es laut Polizei wie bei den Deutschen: Vor allem Männer würden straffällig.

Eine deutliche Zunahme der Kriminalität kann das Kommissariat nicht bestätigen. „Aber wir können die Sorgen der Bürger nachvollziehen“, sagt Heller. Zumal in den geplanten Großunterkünften in Altwarmbüchen und in Fuhrberg die schnelle Integration weitaus schwieriger werde. „Wir sind mit den Kommunen, den Betreibern und den Sicherheitsdiensten eng vernetzt, können schnell vor Ort sein und werden das intensiv beobachten“, verspricht Heller.

Lobende Worte findet der Kommissariatsleiter für die ehrenamtlichen Helfernetzwerke: „Die leisten hervorragende Arbeit und bringen den Flüchtlingen schnell bei, welche Regeln hier gelten.“

Von Carina Bahl

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