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Doppelt so viele Schwerverletzte

Burgwedel Doppelt so viele Schwerverletzte

196 Menschen sind vergangenes Jahr auf den Straßen von Burgwedel und Isernhagen bei 153 Unfällen verletzt oder getötet worden, 21 von ihnen schwer, einer tödlich. Das belegt die am Mittwoch vorgestellte Verkehrsunfallstatistik für Isernhagen und Burgwedel.

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Nach einem Parkrempler nicht einfach abhauen: Mit Flyern der Verkehrswacht wollen Frank Bührmann und sein Team dafür werben, die 110 zu wählen, statt Fahrerflucht zu begehen.

Quelle: Martin Lauber

Burgwedel/Isernhagen. Mit diesen Zahlen wie auch mit 1143 Verkehrsunfällen insgesamt (plus 5,15 Prozent) spiegelt die  vorgestellte lokale 2016-er Unfallstatistik den landesweit negativen Trend auch für den Bereich des Polizeikommissariats Großburgwedel wieder. Frank Bührmann, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes, räumt ein, dass er aus polizeilicher Sicht keine befriedigenden Erklärung habe für 18,6 Prozent mehr Verletzte, geschweige denn für den 46,7-prozentigen Anstieg bei schwerverletzten oder getöteten Personen. Im Jahr zuvor hatte das Pendel in die Gegenrichtung ausgeschlagen. Im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre lag die Unfallhäufigkeit noch knapp über der von 2016.

Beim einzigen tödlichen Unfall des vergangenen Jahres (2015 waren es zwei) war im September eine 88-jährige Beifahrerin auf dem Rewe-Parkplatz in Altwarmbüchen ums Leben gekommen, nachdem ihr Ehemann mit seinem Wagen ungebremst gegen eine Mauer gefahren war. Meistens passierten folgenreiche Unfälle aber auf freier Strecke – unter anderem auf den Landstraßen rund um Fuhrberg, an der Würmseekreuzung sowie zwischen Oldhorst und Schillerslage. 

Mehr ältere Menschen (28, plus 4) und Radfahrer (41, plus 27) als im Jahr zuvor waren Bührmann zufolge 2016 an Unfällen mit Personenschaden beteiligt. Die Vermutung liege nahe, dass manche der Komplexität des dichten Verkehrs nicht mehr so gewachsen seien. „Fahrradhelm und gut sichtbare Kleidung tragen“, lautet sein Appell an Senioren wie ganz allgemein an alle Radfahrer.

Seine Verkehrsüberwachung hat das Polizeikommissariat 2016 weiter intensiviert – und zwar gezielt. Besonderes Augenmerk richtete es auf Radler und Raser – 24-mal war überhöhtes Tempo Unfallursache vor Alkohol (17-mal) und nach Vorfahrtverletzungen (39-mal). Ins Visier geriet die Handynutzung am Steuer: 374-mal wurde solches Fehlverhalten mit 60 Euro und einem Punkt geahndet – wie oft es für Unfälle verantwortlich war, sagt die Statistik nicht aus. Der Nachweis sei schwer zu führen, erklärt Bührmann. Aber er wird deutlich: Wer sich auch nur eine Sekunde lang von seinem Mobiltelefon ablenken lasse, gefährde im „Blindflug“ andere Menschenleben.

Als Erfolg wertet er, dass dank der intensiven Überwachung des Stopp-Gebots an der Einmündung Burgdorfer/Hannoversche Straße in Großburgwedel die Zahl der Unfälle mit Radfahrern auf einen einzigen gefallen sei. Im Bereich der Isernhägener Straße indes – in Höhe von Ikea und der Rossmann-Zentrale – kam es erneut zu fünf Radler-Unfällen, da hofft Bührmann auf ein baldiges Konzept der Verkehrsunfallkommission. Ein ähnliches Bild spiegelt die Statistik für den Bereich der Einmündung Reuterdamm in Isernhagen N.B.: Vier Fahrradunfälle, dort ist ein Kreisel in Planung.

Das vierte Jahr in Folge ist 2016 die Zahl der Unfallfluchten gestiegen – und zwar geringfügig auf 290, immerhin 123 davon konnte die Polizei aufklären. Bei Unfallfluchten mit Personenschaden fiel die Erfolgsquote der Ermittler allerdings um ein Drittel: Von den zehn Fällen konnten sie 2016 nur drei klären. Mehr wäre möglich, ist Bührmann sicher – wenn mehr Unfallzeugen durch Hinweise an der Aufklärung mitwirkten: „Darauf sind wir angewiesen.“

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