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Radeln unter Alkohol kann teuer werden

Grossburgwedel Radeln unter Alkohol kann teuer werden

Laue Sommernächte verlocken dazu, auch einmal reichlich alkoholisiert in die Pedale zu treten. Wird man erwischt, kann das jedoch teuer werden. Einen mehrfach vorbestraften 30-Jährigen hat das Amtsgericht Burgwedel jetzt zu einer Geldstrafe von 2500 Euro verurteilt.

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Das Amtsgericht Burgwedel hat jetzt einen Mellendorfer schuldig gesprochen.

Quelle: Martin Lauber (Archiv)

Burgwedel. Der Mann hatte sich kaum noch aufrecht im Sattel halten können, als er im vorigen Sommer an einem Werktag um zwei Uhr nachts einer Streifenwagenbesatzung auffiel. Der Alkoholtest ergab 2,12 Promille. Wegen vorsätzlicher Trunkenheit im Verkehr verurteilte das Gericht den Mellendorfer jetzt zu der hohen Geldstrafe.

Trotzdem fiel dem Angeklagten, der sich laut Amtsrichter Michael Siebrecht in Gerichtssälen bestens auskennt, sichtlich ein Stein vom Herzen, weil er noch einmal knapp an einer Freiheitsstrafe vorbeigeschrammt war. Schließlich stand er bereits wegen mehrfacher gefährlicher Körperverletzung und wegen Lenkens eines Fahrzeugs ohne Fahrerlaubnis unter Bewährung.

Zuletzt war er zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt worden. Zurzeit absolviert er zudem ein Anti-Aggressions-Training, das er nach eigener Aussage mittlerweile sehr hilfreich findet, nachdem er es zunächst als unsinnig empfunden habe. Nach dem Abschluss dieser Maßnahme wartet zudem noch als weitere Bewährungsauflage aus der damaligen Verurteilung ein Anti-Alkohol-Kursus auf den Mann.

Vor Gericht beteuerte der Angeklagte, seit seiner Trunkenheitsfahrt im vergangenen Sommer kaum noch Alkohol konsumiert zu haben. Richter Siebrecht ließ sich schließlich überzeugen, dass der 30-Jährige auf einem guten Weg ist. Weil dieser einen festen Job vorweisen kann und vor Gericht bei der Verhandlung einen guten Eindruck hinterließ, beließ er es bei der Verurteilung zu einer Geldstrafe, die noch im Gerichtssaal rechtskräftig wurde.

Von Katerina Jarolim-Vormeier

Fahruntüchtig ab 1,6 Promille

Nach Paragraf 316 des Strafgesetzbuchs (StGB) wird bestraft, wer infolge des Genusses alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, ein Fahrzeug sicher im Verkehr zu führen – das gilt auch für Radfahrer. Der Gesetzgeber hat zwar keinen Promillewert für die Fahruntüchtigkeit festgelegt. Aber ausgehend von einem BGH-Urteil gehen die Gerichte heute von „absoluter Fahruntauglichkeit“ bei einem Grenzwert von 1,6 Promille aus. Allerdings: Wer unterhalb dieses absoluten Grenzwerts alkoholisiert durch Fahrfehler auffällt, macht sich ebenfalls strafbar.

Allemal sei das Unfallrisiko erhöht, so warnt der Radfahrerclub ADFC, auch wenn durchschnittlich nur einer von 20 verunglückten Radfahrern unter Alkoholeinwirkung gestanden habe. Auch Oliver Malchow, Chef der Polizeigewerkschaft GdP, hat jüngst „eine deutlich abgesenkte Promillegrenze für Radfahrer“ gefordert. mal

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