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Raser vergisst auch vor Gericht das Bremsen

Burgwedel Raser vergisst auch vor Gericht das Bremsen

Wenn man sich für einen Strafprozess schon keinen Anwalt nimmt, sollte man zumindest gut gemeinte Ratschläge des Richters beherzigen: Diese Erfahrung hat jetzt ein wegen Nötigung angeklagter Autofahrer vor dem Amtsgericht Burgwedel gemacht.

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Das Amtsgericht Burgwedel hat jetzt einen Raser wegen Straßenverkehrsgefährdung verurteilt.

Quelle: Frank Walter

Burgwedel. Der 25-Jährige hatte im Mai auf der A 7 in Richtung Süden mächtig Gas gegeben. Mit etwa Tempo 200 hatte sich der Golf-Fahrer gegen 5 Uhr auf der linken Spur schnell einem Kleinwagen genähert, an dessen Steuer ein Mitarbeiter eines Sicherheitsunternehmens auf dem Heimweg von der Nachtschicht war. Vergeblich versuchte der Angeklagte es so darzustellen, als habe einzig der Kleinwagen-Fahrer sich falsch verhalten, indem er nicht schnell genug die Überholspur freigegeben hatte.

In der sehr detaillierten Schilderung des Zeugen, der letztlich noch während der Autobahnfahrt die Polizei informiert hatte, klang das Geschehen deutlich anders: Erst sei der andere von hinten angeschossen gekommen und dicht aufgefahren. Dann, nachdem er selbst auf die mittlere und schließlich sogar rechte Spur gewechselt sei, habe ihn der andere vier- oder fünfmal massiv ausgebremst. „Er hat mit seinem und meinem Leben gespielt“, sagte er.

Unter dem Eindruck dieser Schilderung empfahl Amtsrichter Michael Siebrecht dem Angeklagten eindringlich, seinen Einspruch gegen den Strafbefehl zurückzuziehen und die dort angedrohte Geldstrafe von 50 Tagessätzen samt zwei Monaten Fahrverbot zu akzeptieren. „Das würde Ihnen jetzt auch ein Anwalt raten.“ Vergeblich – der Angeklagte schlug die Warnung vor weitergehenden Konsequenzen in den Wind und kassierte die Quittung: Der Richter verurteilte den 25-Jährigen nicht wegen Nötigung, sondern wegen einer Straßenverkehrsgefährdung zu 60 Tagessätzen à 15 Euro – verbunden mit dem Entzug der Fahrerlaubnis und einer Sperre zur Wiedererteilung von zwölf Monaten. „Solche Leute wie Sie gehören aus dem Verkehr gezogen“, machte Siebrecht dem Mann die Konsequenzen klar.

Und als dieser seinen Führerschein nicht herausrückte, ließ der Richter erst ihn und dann seinen Wagen durchsuchen. Und tatsächlich: Im Auto entdeckte ein Wachtmeister den angeblich zu Hause vergessenen Führerschein.

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