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Region: Der Wall muss weg

Großburgwedel Region: Der Wall muss weg

Aus Sicht der Baufirma ist es nur Bodenaushub, der die Häuslebauer im Heisterholz vor Straßenlärm schützen soll. Doch für die Region steht fest: Der Erdwall an der L 383 ist illegal und muss weg.

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Der Wall liegt laut Region in der 20-Meter-Bauverbotszone an Landesstraßen. Zudem sieht der B-Plan einen Pflanzstreifen für Bäume vor.

Quelle: Martin Lauber

Burgwedel. Binnen zweieinhalb Jahren ist das von der Niedersächsischen Landgesellschaft (NLG) vermarktete Baugebiet fast komplett bebaut - bis auf einen letzten Streifen entlang der Landesstraße, auf der der Verkehr zwischen Großburgwedel und Burgdorf am Heisterholz vorbeifließt. Das Areal gehört der Firma Demir Bau und Putz GmbH aus dem Gifhorner Ortsteil Meinersen. In der Feldrandlage hat sie bereits 2015 sechs Eigentumswohnungen gebaut.

Für weitere Ein- und Zweifamilienhäuser für insgesamt sechs Parteien sind die Grundstücke gerade hinterm Wall eingemessen worden. Erst werde gebaut, dann vermarktet, erklärt Demir-Bau-Verkaufsleiter Frank Kobbe.

Allerdings hat die Firma sich mit der fast zwei Meter hohen und circa 70 Meter langen Aufschüttung aus Mutterboden entlang der L 383 Ärger eingehandelt. Kobbe sagt, dieser Lärm- und Sichtschutz sei „genehmigungsfrei“. Doch nach Aussage von Regionssprecher Klaus Abelmann war Demir Bau bereits zu Beginn dieses Jahres das Gegenteil mitgeteilt worden.

Warum? Burgwedels Bauamtsleiter Oliver Götze zählt auf: Erstens sei das Areal im Bebauungsplan als Pflanzfläche für Bäume ausgewiesen. Zweitens liege der Wall in der 20-Meter-Bauverbotszone, die außerhalb geschlossener Ortschaften laut Straßengesetz generell für Hochbauten gelte. Schließlich habe die Baufirma den Wurzelbereich bestehender Bäume so dick mit Erde überdeckt, dass diese nicht lange überleben würden. „Das geht gar nicht!“, sagt Abelmann, der Wall müsse entfernt werden.

Auch in einem weiteren Punkt gibt die Region nicht nach. Bei den jetzt noch unbebauten Heisterholz-Grundstücken an der L 383 handelt es sich um ein Mischgebiet, die NLG hatte das Land dort entsprechend preiswerter verkauft. Gleichwohl hatte Demir Bau 2014 per Bauvoranfrage prüfen lassen, ob in diesem Bereich nicht auch ausschließlich Wohnbebauung zulässig wäre. Dies wurde von der Bauaufsicht verneint. Wichtig sei, so der Behördensprecher, dass in einem Mischgebiet die Durchmischung gewahrt bleibt.

So beschränkt Demir Bau sich im Augenblick auf die östliche Hälfte der Fläche aus dem Bauvorbescheid. Die für diesen Bereich beantragten Wohnhäuser hat die Region im Dezember auch genehmigt. Im letzten Drittel des Mischgebietes allerdings bleibe jetzt nur noch Platz für nicht störendes Gewerbe, so die Region.

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