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Klinikum: Erleichterung über Neubau-Votum

Krankenhausneubau in Großburgwedel Klinikum: Erleichterung über Neubau-Votum

Haben anderthalb Jahre Bangen um den Krankenhausstandort Großburgwedel jetzt ein Ende? Die Regionsversammlung hat am Dienstagnachmittag der KRH-Führung einen Prüfauftrag für einen Neubau auf dem Klinikgelände an der Fuhrberger Straße erteilt. Auch das Krankenhaus Lehrte soll aufgewertet werden.

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46000 Quadratmeter groß ist - zwischen Klinik, Rathaus und Fuhrberger Straße - das Gelände des Großburgwedeler Krankenhauses.

Quelle: Ralf zur Brügge

Großburgwedel. Herzkatheter plus Schlaganfall-Einheit zusätzlich – und das in einem nagelneuen Bau: „Ich glaube, auf dieser Basis kann man gut an einem Konzept arbeiten“, begrüßte Bürgermeister Axel Düker den interfraktionell formulierten Prüfauftrag. Auf dieser Basis sehe er gute Chancen für eine Landesförderung.
„Ein guter Tag für Burgwedel, die Region und das Klinikum“, befand der Burgwedeler SPD-Regionsabgeordnete Andreas Strauch. Dass außer der Geriatrie – abweichend von der bisher von Rot-Grün favorisierten Variante IV – nun auch die Abteilung zur Heilung degenerativer Wirbelsäulenerkrankungen in Lehrte angesiedelt werden soll, sei „verkraftbar“, weil Großburgwedel außer dem Neubau ebenfalls neue Schwerpunkte erhalte.
In diesem Punkt stimmt Hendrik Hoppenstedt, Chef der Regions-CDU aus Großburgwedel, zwar zu. Aber er erinnert daran: „Die Einigung ist genau das, was die Christdemokraten von Anfang an gefordert hatten.“ Das Einlenken von Rot-Grün sei der Kommunalwahl geschuldet. Deshalb bestehe die CDU darauf, dass das Klinikkonzept, das die KRH-Geschäftsführung im Juni vorlegen soll, noch vor September vom Aufsichtsrat beschlossen wird.
Große Erleichterung spricht aus allen Reaktionen. „Das ist für Burgwedel besonders wichtig“, so Allgemeinmediziner Dr. Olaf Schwirtz vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung. Er habe Patienten, die wegen der Ärzte und des Krankenhauses hergezogen sind. Mit den zusätzlichen Schwerpunkten lasse sich hervorragende Medizin für den Großteil der Bevölkerung leisten.
„Ich habe gebetet und gekämpft für die Erhaltung dieser familienorientierten Geburtsstation. Sie ist elementar wichtig für uns, wir haben so viele Kinder in Burgwedel und Isernhagen“, so Hebamme Christiane Weber. „Wir finden das gut“, erklärt auch Andreas Schipper, Chef der DRK-Rettungswache Großburgwedel. „Mit kurzen Wegen sind wir schneller bei unseren Patienten, und die Rettungswagen sind schneller wieder frei.“
„Unsere älteren Patienten hatten große Sorgen“, erklärt Jens Brandtstädter vom gleichnamigen Pflegedienst. Die Angst, in einer weiter entfernten Klinik für Angehörige nicht mehr gut erreichbar zu sein, sei sehr verbreitet. Von der Betriebsratsvorsitzenden Petra Pulver gab es kein offizielles Statement. Sie ließ durchblicken, dass die Klinikbelegschaft den Neubau-Prüfauftrag begrüße.

Heißer Herbst 2014 - die Chronik des Protests

Am 10. Oktober 2014 machte diese Zeitung die bis dahin vertrauliche Medizinstrategie 2020 publik – und löste damit eine Protestwelle aus. Gegen die vom KRH-Aufsichtsrat favorisierte Fusion der Krankenhäuser Großburgwedel und Lehrte präsentierte Burgwedels CDU schon eine Woche später 3700 Unterschriften, weitere 1000 Bürger hatten online unterzeichnet. Aber auch bei den Jusos wurden Stimmen gesammelt.

Burgwedels Rat stellte am 20. Oktober 2014 per Resolution klar: Die wohnortnahe medizinische Versorgung dürfe nicht zur Disposition gestellt werden. Am 8. November gingen mehr als 400 Menschen - viele Eltern mit Kindern darunter - gegen das bereits für 2015 angekündigte Aus für die Geburtsstation in Großburgwedel auf die Straße. Eine Woche später rückte die SPD-Regionsfraktion von diesem Vorhaben der KRH-Spitze ab: Es sei „aus familien- und frauenpolitischen Gründen das falsche Signal“. Die Kuh war zunächst vom Eis, aber die die Standortfrage blieb offen.

Zuletzt waren es niedergelassene Ärzte in Burgdorf, Uetze und Lehrte, die mit Blick auf die Regionsversammlung am 1. März  im Februar Druck machten mit ihrer Drohung, keine Patienten mehr an KRH-Häuser zu überweisen, falls in Lehrte die Chirurgie geschlossen werde.

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Schon 2015 wollte das Klinikum Region Hannover die Geburtsstation und Frauenklinik des Großburgwedeler Krankenhauses schließen. Dagegen gehen im November 2014 weitaus mehr als 400 Menschen, darunter viele Eltern mit ihren Kindern, auf die Straße.

Quelle: Martin Lauber (Archiv)
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