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Reitstall kämpft gegen Pferdeseuche Druse

Engensen Reitstall kämpft gegen Pferdeseuche Druse

Weil eine hochinfektiöse Pferdekrankheit ausgebrochen ist, hat das Engenser Avalon-Gestüt seinen Betrieb vorübergehend eingestellt. Manche Reaktion auf die Nachricht empfindet Gestüt-Chefin Heidrun Rathmann schlicht als Panikmache.

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Nach der Reinigung der Boxen lassen es sich die Pferde bei Gestütbetreiberin Heidrun Rathmann wieder schmecken.

Quelle: Frank Walter

Burgwedel. „Als ich das sah, habe ich nur gedacht: Das kann ja wohl nicht wahr sein.“ Als Avalon-Gestüt-Chefin Heidrun Rathmann am Sonntagabend über das Internet mitbekam, auf welche Art eine andere Reitstallbetreiberin aus der Umgebung vor der in Engensen aufgetretenen Pferdeseuche Druse warnt, da war sie entsetzt - und sauer: „Auch Menschen können an dieser tödlichen Seuche erkranken“, heißt es dort. „Dabei sollte doch bekannt sein, dass Druse nicht auf Menschen übertragbar ist“, kritisiert Rathmann diese „Panikmache“. Professor Dieter Valentin-Wigand, Leiter des Instituts für Mikrobiologie der Tierärztlichen Hochschule, stimmt dem zu - für Menschen bestehe durch die Erreger keinerlei Gefahr, gab er am Montag auf Nachfrage Auskunft.

Bereits vor zwei Wochen waren bei einem Pensionspferd im Avalon-Gestüt erste Symptome aufgetreten, aber erst am vergangenen Mittwoch kam der definitive Befund aus dem Labor: die Pferdeseuche Druse. Sofort wurde das betroffene Pferde mit Antibiotika behandelt und auch die restlichen rund 50 Tiere untersucht. Das erkrankte Pferde und fünf weitere, die als Verdachtsfälle gelten, wurden isoliert. Dank vieler Helfer wurden sämtliche Boxen komplett gemistet und mit 140 Grad heißem Dampf gestrahlt, um die Bakterien abzutöten. Gleiches passierte mit der Bande der Reithalle, Eimern und Mülleimern. Satteldecken wurden gewaschen und Desinfektionswannen aufgestellt, der Boxentrakt für Besucher gesperrt und Schilder mit Verhaltensregeln aufgehängt. Zudem wurden alle Reitschüler und umliegende Reitställe informiert. „Offener kann man damit nicht umgehen“, sagt die Gestütbetreiberin. Tierärzte überwachen den Tierbestand, noch bis Sonntag ist der Reitbetrieb mit Blick auf die mögliche Inkubationszeit ausgesetzt. Die erste von sieben Ferienpass-Aktionen soll - Stand gestern - dann planmäßig am Montag beginnen. „Wir sind nicht glücklich mit der Situation, machen uns aber auch keine Riesensorgen“, sagt Rathmann.

Wichtig sind Isolierung und Hygiene

Wie häufig Druse auftritt, können die Veterinäre der Region Hannover nicht sagen – die Krankheit ist nicht meldepflichtig. Druse ist eine bakterielle Infektion durch Streptokokken (Streptococcus equi equi), die bei Pferden und Eseln vorkommen kann. Die Krankheit äußert sich durch Fieber, Nasenausfluss und eitrige Abszesse an der Kopfunterseite. Die oberen Atemwege entzünden sich, die Lymphknoten vereitern. In wenigen Fällen können die Bakterien zum Tode führen. Druse kann mit Antibiotika behandelt werden. Um eine Ausbreitung zu verhindern, sollten die kranken Tiere isoliert werden. Wichtig sind auch Hygienemaßnahmen, da der Erreger auch durch Personen und Gegenstände weitergetragen werden kann.

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