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Für die Schüler fährt einziger Bus zu früh

Burgwedel Für die Schüler fährt einziger Bus zu früh

Kein Radweg, kein schnelles Internet, kein Bus, der Schüler zu einer akzeptablen Zeit zum Schulzentrum bringt - angesichts der wachsenden Zahl junger Familien in der Splittersiedlung Heisterholz gebe es Handlungsbedarf, findet Anwohner Bernd Reiser. Bei der RegioBus hat er jetzt eine erste Fahrplanverbesserung erreicht.

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Abfahrt: 7.05 Uhr – das verursacht laut Bernd und Nike Reiser nicht nur Schülern zu lange Wartezeiten.

Quelle: Martin Lauber

Großburgwedel-Heisterholz.. Seit Monaten korrespondiert der Journalist mit dem Verkehrsunternehmen.Dass bei uns hier nicht alle 20 Minuten der Bus halten kann, ist mir schon klar. Aber die Busanbindung gehört auf den Prüfstand", meint er. Besonders im Blick hat Reiser die Schüler – Unterrichtsbeginn im Schulzentrum ist um 8 Uhr - und Berufspendler, deren Zug Richtung Hannover um 7.56 Uhr losfährt. Für beide Gruppen starte morgens an der unbeleuchteten Haltestelle an der L 383 der einzige Bus Richtung Bahnhof und Schulzentrum "viel zu früh": um 7.05 Uhr. Die Wartezeiten seien einfach unakzeptabel. Reisers Wunsch: Die Linie 636 soll eine halbe Stunde später fahren.

Vorschläge, wie die Linie neu geführt oder an anderer Stelle Kapazitäten eingespart werden könnten, hat der Vater der elfjährigen Nike gleich mitgeliefert. Einer davon ist dieser: "Durch die Innenstadt von Großburgwedel fahren zig Linien. Da stehen manchmal drei oder vier Busse hintereinander im Stau. Man könnte ja auch eine Linie neu verlegen und von Engensen oder Wettmar über Thönse Richtung neuen Kreisel und dann über das Heisterholz Richtung Schulzentrum fahren lassen. Dann fährt halt mal ein Bus weniger direkt durch die Stadt." Gerade die Linie 639, die aus Burgdorf kommt, müsse ja nicht unbedingt den gleichen Weg fahren wie die 639 aus Engensen.

Nach Aussage von RegioBus-Sprecher Tolga Otkuhn liegt die Sache aber komplizierter. Einerseits könne die Fahrt der Linie 636, 6.51 Uhr ab Burgdorf/Bahnhof-Westseite, im bestehenden Fahrzeugumlauf nicht verschoben werden, da der Bus in unmittelbarem Anschluss im Schülerverkehr von Isernhagen H.B. zum Schulzentrum nach Altwarmbüchen fahre. Andererseits seien auch alle anderen in dieser Zeit eingesetzten Busse im Schülerverkehr unterwegs. "Dann müsste ein zusätzliches Fahrzeug mit Personal eingesetzt werden", so Otkuhn – und über solche Mehrkosten habe die Region ein Wörtchen mitzureden.

In einem anderen Punkt aber hat Reiser mit nur einer einzigen E-Mail erreicht, dass Schüler aus dem Heisterholz schon ab August im Anschluss an die Nachmittags-AGs per Bus nach Hause fahren können. "Die Fahrt der Linie 636, 16.04 Uhr ab Großburgwedel/Raiffeisenstraße, kann ohne großen Mehraufwand über das Schulzentrum geführt werden. Deshalb werden wir diese Maßnahme voraussichtlich bereits zum Schuljahreswechsel 2016/17 umsetzen", so Otkuhn. Die Anregung lobt er ausdrücklich, denn von offizieller oder schulischer Seite habe es keine Hinweise auf die– laut Reiser "bisher völlig grundlose" – Versorgungslücke gegeben.

RegioBus braucht Millionen-Zuschüsse

Der öffentliche Nahverkehr (ÖPNV) fährt nicht kostendeckend - nicht mal im Ballungszentrum Hannover, um so weniger im Umlandverkehr. RegioBus braucht nach Aussage von Unternehmenssprecher Tolga Otkuhn einen circa 50-prozentigen Zuschuss, das entspricht rund 40 Millionen Euro pro Jahr. Kein Wunder, dass der wirtschaftliche Aufwand zusätzlicher ÖPNV-Angebote am Bedarf gemessen werden müsse. Gleichwohl hat RegioBus Bernd Reisers Anliegen an die Region Hannover weiter geleitet. Bei den anstehenden Fahrplangesprächen wird es Gegenstand sein.

Generell läuft das Verfahren so: Die Region prüft in Abstimmung mit den Verkehrsunternehmen die vorliegenden Fahrplananträge. Die Ergebnisse werden den politischen Gremien der Region vorgestellt und Beschlüse dazu vor der Sommerpause gefasst. Eine eventuelle Umsetzung wird dann im Regelfall zum Fahrplanwechsel im Dezember durch das Verkehrsunternehmen umgesetzt. Die Finanzierung der Maßnahmen stellt die Region Hannover sicher. "Zurzeit haben wir uns noch kein abschließendes Urteil in Sachen Heisterholz-Anbindung gebildet", erklärt Behördensprecher Klaus Abelmann. Mit Reisers Anliegen sowie weiteren Fahrplanmaßnahmen werde sich der Verkehrsausschuss in seiner Sitzung am 2. Juni befassen.

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