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Mein Papa ist schon wieder Schützenkönig

Burgwedel Mein Papa ist schon wieder Schützenkönig

Die Schützengesellschaft Zentrum Engensen hat am Wochenende das Finale der Schützensaison in Burgwedel gefeiert. Drei Tage ging es hoch her im Dorf – erneut hielt der Umzug auch bei Schützenchef Mike Dytkiewicz, der einmal mehr die Königswürde errungen hatte.

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Impressionen vom Schützenfest in Engensen

Quelle: Carina Bahl

Engensen. Es ist 14 Uhr am Sonnabend – und vor dem Haus von Familie Dytkiewicz geht alles Hand in Hand. Das Bierschiff surrt startklar vor sich hin, die Gläser sind gespült, das Eis für die Kinder ist kalt und mittendrin in den Vorbereitungen tummeln sich Mutter Silke und ihre fünfjährige Tochter Jessica. „Wir kennen das ja schon“, sagt Silke Dytkiewicz und lächelt. Vor zehn Jahren ist die Familie nach Engensen gezogen, vor sechs Jahren trat ihr Mann der Schützengesellschaft bei und seit vier Jahren ist er Chef derselben.

„Mein Papa ist schon wieder Schützenkönig geworden“, erzählt Jessica stolz über den dritten Volltreffer ihres Vaters. Ein Kuscheltier hält an einem Haken den wohl letzten Platz an der Hausfassade frei, auf den in wenigen Minuten die neue Königsscheibe gehängt werden soll. Den Platzmangel am Haus hat aber nicht nur ihr Papa verursacht – auch Mama Silke ist schon zweimal Volkskönigin geworden. Ganz zu schweigen von der Oma, die gegenüber auch drei Scheiben ihr eigen nennen darf.

„Die Lücken zwischen den großen Scheiben soll jetzt Jessica füllen“, scherzt Silke Diytkiewicz. Zum ersten Mal durfte ihr Nachwuchs in diesem Jahr sein Glück versuchen – für die Kinderscheibe hat es noch nicht gereicht. Egal: Die Gene sind gut – Übung macht die Königin. Und bis dahin wird eben feierlich mit Papas Scheibe fürs Foto posiert.

Aber Zeit zum Plaudern bleibt nicht: Auf einmal wird es laut vor der Haustür. Der Festumzug biegt in den Ackerdamm ein – mit viel Musik darf Mike Diytkiewicz „seine“ Schützen zu sich nach Hause führen. „In Engensen ist es immer lustig“, erklärt sich der gut gelaunte Schützenchef, warum im Zug auch viele Engenser „Normalbürger“ zu finden sind. Jedes Jahr werden die Scheiben von zwei besonderen Helferlein im Kostüm angenagelt – diesmal im Formel-1-Outfit.

Neben den Scheiben steht bereits die Flasche Wodka zum Taufen – die routinierte Schützen-First-Lady hat eben an alles gedacht. Auch an ihre flachen Schuhe, wie sie betont, damit der Ehrentanz leichter von den Füßen geht.

Mittendrin im fröhlichen Getummel findet sich derweil auch eine angebliche Rarität: Renate Gruber. Sie soll die letzte Schützenkönigin in Engensen sein. „Im nächsten Jahr treten Frauen und Männer gemeinsam um die Königsscheibe an“, erklärt Mike Dytkiewicz. „Aus Kostengründen.“ Denn trotz ausverkauften Festzeltes und viel Resonanz müsse der Verein ordentlich investieren. „Ohne Sponsoren geht das nicht mehr.“ Ob Gruber aber tatsächlich die letzte Königin ist oder es dank zielsicherer Engenser Frauen bald keinen König mehr gibt, bleibt abzuwarten. Jessica steht ja schon in den Startlöchern...

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Fotostrecke Burgwedel: Mein Papa ist schon wieder Schützenkönig

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Von Carina Bahl

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