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Sozialer Laden und Boutique kein Widerspruch

Großburgwedel Sozialer Laden und Boutique kein Widerspruch

„Das kann Kirche doch nicht machen!“ - es war gleich eine der ersten Besucherinnen, die sich über das stylische Boutique-Ambiente des edelMut-Ladens aufregte. Und sie sprach damit aus, was auch im Internet an Kritik an dem vermeintlichen Sozialkaufhaus kursierte, dem vor allem die Petri-Gemeinde und der Kirchenkreis Starthilfe gegeben haben.

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Ruth Bretthauer (von links) und Ursula Jachnow gönnen sich an der langen Tafel einen Kaffee. Heidrun Zeilbeck, Bärbel Waldtmann-Filzek und Christine Lehmann gehören zum edelMut-Team.

Quelle: Martin Lauber

Burgwedel. Dass die kritische Kundin sich am Ende eines langen Gesprächs bei einer Tasse fair gehandelten Kaffees als edelMut-Mitarbeiterin vormerken ließ, macht aus Sicht von Projektleiterin Heidrun Zeilbeck eines deutlich: Die Geschäftsidee eines schicken sozialen Ladens für anspruchsvolle Zielgruppen ist nicht unbedingt selbst erklärend. Großburgwedel ist der Prototyp - unter dem Dach einer Art gemeinnütziger kirchlich-orientierter Holding, die das edelMut-Konzept bundesweit für zukunftsträchtig hält. „Das soll eine Geldmaschine werden“ - so bringt es Marcus Dohm auf den Punkt. Dohm ist Fundraiser beim Kirchenkreis Burgdorf und hat schon vor sieben Jahren den Burgdorfer Benefizz-Laden mit aus der Taufe gehoben. 50.000 Euro und mehr pumpt dieser seitdem alljährlich in diakonische Einrichtungen und soziale Projekte - und ähnlich ehrgeizige Ziele hat sich auch das 70-köpfige Team des Burgwedeler edelMut-Geschäfts gesteckt. Der Empfänger der ersten Zuwendung aus den Ladenerlösen steht schon fest: Für seine neue Krippe soll der Großburgwedeler St.-Petri-Kindergarten Geld für Spielgeräte erhalten.

Im just eröffneten Geschäft geht Stil vor Masse, Kleiderständer und Bücherregale werden ständig nachgefüllt. Was nicht ins Profil passt, geht an die Deutsche Kleiderstiftung, überzählige Bücher bekommt eine soziale Initiative in Lehrte. „Weggeworfen wird nichts“, sagt Zeilbeck. Und: „Wir haben sehr viele sehr schöne Sachen geschenkt bekommen.“ Besonderes im Sortiment soll, wenn der Eröffnungstrubel verklungen ist, künftig seine „Lebensgeschichte“ erzählen. Seine Philosophie der Nachhaltigkeit will edelMut auch mit Aktionstagen unterstreichen, zum Beispiel einen Sattler und einen Juwelier zum Reparieren von Ledersachen und zum Aufarbeiten von altem Schmuck einladen. Genussangebote aus fairem Handel und wertvolle Literatur gehören mit ins Repertoire. Nicht käuflich ist die lange Eichenholz-Tafel mitten im Laden. Wer eine Spende vorbeibringt, ist zum Kaffee, Tee oder Cappuccino eingeladen. Man kann ein Getränk aber auch für 1,50 Euro bestellen.

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Von Redakteur Martin Lauber