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St. Petri geht für die Tafel einkaufen

Burgwedel St. Petri geht für die Tafel einkaufen

Mit dem stetigen Zuzug von Flüchtlingen steigt auch die Zahl der Kunden der Burgwedeler Tafel. Um Engpässe zu lindern, hat die St.-Petri-Kirchengemeinde jetzt aus der Kollekte Lebensmittel eingekauft.

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Kirchenvorstandsmitglied Susanne Meyer und Tafel-Vorsitzender Gerd Duckstein räumen den ersten Großeinkauf aus - und
bedanken sich
bei allen
Spendern.

Quelle: Martin Lauber

Burgwedel. Die Burgwedeler Tafel sammelt seit sieben Jahren abgelaufene Lebensmittel ein, um sie vor dem Wegwerfen zu bewahren und jeweils mittwochs an der Gartenstraße an Bedürftige zu verteilen. Öl, Reis, schwarzer Tee, gekochte Tomaten, Obstkonserven, Zucker: Das sind Dinge, die - weil sie in den Supermärkten selten das Mindesthaltbarkeitsdatum erreichen - so gut wie nie bei ihr landen, aber bei fast allen Flüchtlingen hoch im Kurs stehen.

Unter den rund 500 Tafelkunden befinden sich rund 200 Asylbewerber - Woche für Woche würden es zehn bis 15 mehr, berichtet Tafel-Vorsitzender Gerd Duckstein. Das habe die Arbeit der 60 Ehrenamtlichen stark verändert. Die Ausgabe endet nur noch selten vor 15 Uhr. Helfer müssen bisweilen Piktogramme zur Hilfe nehmen, um zu erklären, ob ein Produkt für Moslems geeignet ist. Die Stadtverwaltung sei dabei, ein Merkblatt in mehrere Sprachen zu übersetzen. Denn von allein erschließe sich nicht allen das Tafel-Prinzip, dass nur zu verteilen ist, was zuvor gespendet wurde. „Viele halten uns für eine staatliche Stelle“, erklärt Duckstein.

Weil bei steigender Nachfrage das Angebot zurückgehe - die Supermärkte geben zunehmend kurz vor dem Ablaufdatum Rabatte - reiche es vorn und hinten nicht. St.-Petri-Kirchenvorsteherin Susanne Meyer hatte die Idee, durch Lebensmittelspenden die Arbeit der Tafel zu unterstützen - der Kirchenvorstand stimmte zu. In den vergangenen drei Monaten wurde die Kollekte für diakonische Aufgaben zweckgebunden für Einkäufe für die Tafel gesammelt: 1844,06 Euro kamen zusammen, von denen gestern der erste Großeinkauf erledigt wurde. Selbst Lebensmittel einkaufen - das ist allen dem Tafel-Bundesverband angeschlossenen Gruppen untersagt - ganz abgesehen davon, dass Spenden für Betriebskosten und Versicherungen gebraucht werden. Aber Sachspenden, wie die der Gottesdienstbesucher von St. Petri, lässt das strenge Reglement zu.

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