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SBS: Seit 25 Jahren ein Vorzeigeprojekt

Burgwedel SBS: Seit 25 Jahren ein Vorzeigeprojekt

Mit der Eröffnung der Seniorenbegegnungsstätte schlug Burgwedel 1992 ein neues Kapitel in der Seniorenarbeit auf. Am Freitag, 11. August, soll das 25-jährige Bestehen öffentlich gefeiert werden. Im Gespräch mit Redakteur Martin Lauber blicken SBS-Leiterin Elke Coordes und die Erste Stadträtin Christiane Concilio auch nach vorn.

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SBS-Leiterin Elke Coordes (links) und Erste Stadträtin Christiane Concilio machen sich Gedanken über die Zukunft der Seniorenbegegnungsstätte. Auch ein neuer Name gehört dazu.

Quelle: Martin Lauber

Burgwedel. Sind 25 Jahre SBS ein Grund zu feiern? Concilio: Absolut. Die Seniorenbegegnungsstätte ist immer noch ein Schmuckkästchen.

Sie waren schon beim Start im Jahr 1992 die zuständige Leiterin des Sozialamtes. Wie ging es damals los mit der SBS? Concilio: Der Impuls kam aus dem Sozialausschuss. Nach einem intensiven Prozess der inhaltlichen Beratung zum Thema Altenarbeit in Burgwedel und der sich damals abzeichnenden Veränderung im Zusammenhang mit den „neuen“ Senioren wurde im Jahr 1991 die Errichtung einer Seniorenbegegnungsstätte beschlossen. Die damalige Leiterin der Sozialstation, Margret Brill, hatte das Ohr ganz dicht dran an der älteren Generation in Burgwedel und konnte bereits erste konzeptionelle Gedanken für eine Begegnungsstätte in die Beratungen einbringen und schließlich für die Leitungsaufgabe gewonnen werden. Damals stand ein ehemaliges Firmengebäude an der Gartenstraße leer, das dann im Wesentlichen so umgestaltet wurde, wie es sich noch heute darstellt. Wichtig war von Anfang an, dass außer für eigene Angebote auch Platz sein sollte für Vereine und Verbände und für Angebote von Bürgern für Bürger. Die Wünsche und Anregungen der zukünftigen Nutzer wurden in die Beratungen zum Nutzungskonzept aufgenommen.

Frau Brill sollte dann ja 18 Jahre lang bis zum Jahr 2010 Leiterin der SBS bleiben. Die Begegnungsstätte mit ihren Angeboten galt als Vorzeigeprojekt, um das Burgwedel beneidet wurde. Concilio: Das stimmt, wir haben viele Besuchsgruppen empfangen – aber auch heute noch gibt es solche Visiten. Manche Kommunen oder Träger haben unser Modell nachempfunden, aber nur selten in dieser Größe und Kombination.

Was meinen Sie damit? Concilio: Gemeint ist die Kombination aus Sozialberatung und der Vielfalt von Angeboten der SBS und denen der zahlreichen selbst verwalteten Gruppen. Coordes: Heute haben wir wöchentlich im Durchschnitt 70 bis 75 Gruppenaktivitäten im Haus. Insgesamt sind es mehr als 100 pro Monat, davon 45 allein im Sport. Dazu gibt es Tagesfahrten, Pflege- und psychosoziale Beratung, Vorträge und individuelle Sprechstunden. Und das ist nicht etwa alles statisch bei uns: Seit dem letzten Jubiläum sind 20 Gruppen oder Angebote wie das Repair-Café dazu gekommen, sechs haben sich aufgelöst.

Und das alles mit zwei Hauptamtlichen und – inklusive Personalkosten – 170 000 Euro Jahresbudget? Concilio: Das Besondere an dem Haus ist die Identifikation der ehrenamtlichen Mitarbeiter mit ihrer SBS. Ohne sie ginge es nicht.

Das ändert aber nichts daran, dass Sie jüngere Altersgruppen in Burgwedel kaum erreichen. Wäre heutzutage nicht ein Mehr-Generationen-Haus zeitgemäßer? Concilio: Es gibt eine politische Entscheidung, dass die SBS ein Ort der Begegnung für Senioren ist, wobei das generationenübergreifende Miteinander schon in den Gründungsüberlegungen als auch in den Jahren des Betriebes immer ein Ansatz war. In der Tat wollen wir uns weiter entwickeln und informieren uns über neue Möglichkeiten. Ein Haus wie die SBS lebt mit ihren Angeboten von den Nutzern und den sich verändernden Anforderungen. Coordes: Wir erreichen heute viele Menschen der Generation Mitte schon aufgrund unseres Namens nicht. Andererseits hören wir von älteren Besuchern Stimmen wie: „Ich möchte auch mal etwas mit Jüngeren zusammen machen.“ In Ansätzen gibt es das auch schon, etwa wenn junge Mütter in der Gruppe „An die Nadel fertig los“ gemeinsam mit Älteren nähen und sich Tipps und Tricks holen. Vorstellbar wäre auch, dass nicht nur als wöchentliches Angebot häufiger gemeinsam gekocht und gegessen werden könnte. In manchen Mehr-Generationen-Häusern gibt es so etwas.

Frau Brill hatte sich bei ihrem Abschied einen neuen Namen für das Haus gewünscht – ohne das Attribut Senioren, das Jüngere ausgrenzt. Warum also nicht einfach Begegnungsstätte? Concilio: Wir beschäftigen uns intensiv mit der Zukunft des Hauses, dazu gehört auch ein anderer Name. Intern haben wir auch schon einen schönen Arbeitstitel, aber der heißt anders als Ihr Vorschlag. Mehr kann ich erst nach der Sommerpause im Sozialausschuss verraten.

Da wird es dann auch sicher um den Standort der Begegnungsstätte an sich gehen. Ließe sich ein neues Konzept im bestehenden Gebäude, das energetisch auch nicht mehr topp ist, überhaupt realisieren? Concilio: Inhaltliche Konzepte haben immer mit Räumen zu tun. Wir könnten uns ein generationsübergreifendes Konstrukt gut vorstellen, das dann teilweise auch andere räumliche Anforderungen erfüllen müsste als die heutige Begegnungsstätte. Dies gilt auch für die Beratungsangebote, die umfänglich angenommen werden. Dafür bedürfte es aber der Beratung und Zustimmung der Politik. Coordes: Wenn das konkreter werden sollte, werden wir auf jeden Fall die Nutzer mit einbeziehen, damit haben wir gute Erfahrungen gemacht, und die so gewonnen Anregungen sind – wie auch schon in der Gründungsphase – sehr wichtig.

Da wären wir auch schon in einem noch größeren Zusammenhang – einer generationsübergreifenden Quartiersplanung, in die eine neue, wie auch immer konzeptionierte Begegnungsstätte gut hineinpassen würde. Entsprechende Gerüchte hört man ja immer wieder mal. Concilio: Ganz konkret wird das Thema generationsübergreifende Quartiersplanung ja gerade mit dem Baugebiet Pöttcherteich, die wir am 20. Juni in einer Ausschusssitzung vorstellen. Das ist ein erster Probelauf unter Berücksichtigung der mit den Bürgern und Bürgerinnen erarbeiteten Wünsche zum Thema Wohnen. Wir glauben, dass uns dort eine verbindliche Nachbarschaft gelingt.

Und was heißt das für künftige Planungen? Concilio: Auch bei zukünftigen Quartiersplanungen werden Begegnungsmöglichkeiten ein Aspekt sein. In diesen Kontext würde eine neue größere Begegnungsstätte, die sich mehr der Generation Mitte öffnet, gut reinpassen. Zunächst geht es aber erstmal darum, mit der Politik zu klären, wo die Reise hingehen soll. Dann kann man einen Masterplan aufstellen und den Finanzbedarf ermitteln. Wie gesagt: Erste eigene Überlegungen werden wir nach den Sommerferien vorstellen – als Gesprächsgrundlage.

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