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Kläranlagen-Leitung braucht viel grünes Licht

Burgwedel Kläranlagen-Leitung braucht viel grünes Licht

Es könnte eine der längsten Baustellen werden, die Burgwedel je erlebt hat: die neue Druckrohrleitung, die die Kläranlage in Fuhrberg mit der zentralen Kläranlage in Großburgwedel verbinden soll. Aber ganz so schnell werden die Bagger wohl nicht rollen können, wie der Bauausschuss jetzt erfahren hat.

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Ziel ist es, die Kläranlage Fuhrberg an die zentrale Kläranlage in Großburgwedel anzuschließen.

Quelle: Archiv

Burgwedel. Das Problem ist bekannt: Weil die Kläranlage in Fuhrberg bereits an ihrer Kapazitätsgrenze angelangt ist, müssen größere Erweiterungen im Dorf bei Gewerbe und Privatwohnungen gebremst werden. Der Ortsrat hatte Druck gemacht, dass die Stadt schnell für Abhilfe sorgen solle, um ein weiteres Wachstum nicht zu verhindern. Ganz so schnell wird es aber nicht gehen, wie jetzt im Bauausschuss deutlich wurde. „Wenn Sie sich dafür aussprechen, treten wir jetzt in die Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern ein“, sagte Bauamtsleiter Oliver Götze. Einig sind sich Politik und Verwaltung inzwischen, dass die Leitung direkt nach Großburgwedel führen soll und nicht an das Schmutzwassernetz in Kleinburgwedel angeschlossen wird – aus Sorge, dass dann dort das Entwicklungspotenzial der Ortschaft einschränkt würde.

„Es gibt unheimlich viele Eigentümer, mit denen wir Kontakt aufnehmen müssen“, machte Götze den Politikern klar. Vor allem im Bereich des Würmsees in Kleinburgwedel seien die Flurstücke sehr kleinteilig. Mit jedem Eigentümer müssten Leitungsrechte einzeln abgestimmt werden. „Ich kann nicht abschätzen, wie viel Zeit wir dafür brauchen.“ Hinzu kommen mehrere Realverbände, deren Gebiet von der Druckrohrleitung gekreuzt würde und die entsprechende Entscheidungen meist erst bei ihren regulären Jahresversammlungen fällen können. „Das kenne ich aus meinem Berufsleben, das dauert alles und ist kompliziert“, pflichtete der Ausschussvorsitzende Jürgen Schodder (CDU) der Verwaltung bei.

Die optimale Trassenvariante von Fuhrberg nach Großburgwedel würde – wenn denn alle Eigentümer grünes Licht geben – 6730 Meter lang werden. Die längste Alternativroute, die denkbar ist, läge bei rund 550 Metern mehr. Klar ist: „Jeder Meter mehr kostet Geld“, so Götze. Mit Entschädigungszahlungen an die Eigentümer müsse die Stadt ebenfalls planen. Mit knapp 1,3 Millionen Euro müsste Burgwedel laut Verwaltung wohl rechnen, um die Trasse nach Großburgwedel zu realisieren. Das beinhaltet auch notwendige Baumaßnahmen an der zentralen Kläranlage in Großburgwedel.

Die Politiker formulierten im Bauausschuss noch einmal geschlossen, wie wichtig es sei, schnell eine Lösung für Fuhrbergs Abwasserbeseitigung zu finden. „Ein anderes Interesse haben auch wir nicht“, so Bürgermeister Axel Düker. Es gebe viele Bauinteressenten für den Fuhrberger Bereich. „Und uns als Stadt bringt es gar nichts, wenn diese sich dann auf der anderen Seite der Autobahn ansiedeln, weil wir das Ding nicht von der Platte bekommen.“ Er setze seine Hoffnung auf den Kooperationswillen der betroffenen Grundstückseigentümer. „Das sollte doch von allgemeinem Interesse sein“, so seine Einschätzung. Zumal die Kosten für den Ausbau der Druckrohrleitung am Ende per Abwassergebühr auf alle umgelegt werde und keiner anstreben sollte, diese in die Höhe schießen zu lassen.

Von Carina Bahl

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