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Verkaufsoffener Sonntag am 21. Mai ist geplatzt

Burgwedel Verkaufsoffener Sonntag am 21. Mai ist geplatzt

Der für den 21. Mai geplante verkaufsoffene Sonntag in Großburgwedel wird nicht stattfinden. Die Stadt Burgwedel als zuständige Ordnungsbehörde will keine Ladenöffnung genehmigen, weil sie das Konzept der Veranstalter nicht für rechtlich tragfähig hält.

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2016 wurde ein Blumenmarkt organisiert, damit die Ladenöffnung beim "Bunten Burgwedel" genehmigt wurde.

Quelle: Martin Lauber

Großburgwedel. Im Falle einer Klage der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, davon ist Bürgermeister Axel Düker überzeugt, wäre die Kommune vor Gericht chancenlos. „Ein paar bunte Wimpel und eine Hüpfburg reichen nicht aus“, so Düker. Die Verwaltung habe gebetsmühlenartig ein nachvollziehbares Konzept eingefordert – vergebens.

Voraussetzung für eine Sonntagsöffnung ist eine Veranstaltung, die mehr Frequenz entfaltet als die offenen Geschäfte, die nach dem kürzlich ergangenen Urteil zur Sonntagsöffnung in Garbsen nur als „Annex“ erscheinen dürfen. Nach der Demission des kompletten Vorstandes der Interessengemeinschaft Großburgwedeler Kaufleute (IGK) war der Ersatz für das bislang von der IGK organisierte „Bunte Burgwedel“ mit heißer Nadel gestrickt worden.

 Schridde enttäuscht

Im Auftrag von circa 20 Ladeninhabern kombinierte der (nur noch) kommissarische IGK-Chef Karlheinz Schridde weitgehend aus Bestehendem einen „Rummel-Bummel“: Kunst in Bewegung mit zahlreichen Ausstellungsorten und einer Schaufenstergalerie in der City plus Schützenfest mit Umzug und Platzkonzert in der Von-Alten-Straße plus Hüpfburg mit einigen Jahrmarktständen – das sollte die gesetzlichen Anforderungen erfüllen.

Doch die von der Stadtverwaltung konsultierte Gewerkschaft Verdi zerpflückte das Konzept schon vorab: Zum Schützenfest fehle der Ortsbezug, der Schützenumzug könne keine Öffnung über mehrere Stunden rechtfertigen. Außerdem gab es erhebliche Bedenken, ob das Kunstevent aus sich heraus geeignet sei, mehr Besucherinnen anzuziehen.

„Mehr konnten wir in der Kürze der Zeit nicht auf die Beine stellen“, sagt Schridde. Über die nicht erteilte Genehmigung ist er nicht überrascht, aber enttäuscht. „Wenn ich der Bürgermeister gewesen wäre, ich hätte das durchgeboxt, um der Kaufmannschaft zu zeigen: Ich stehe hinter Euch.“

Jänisch: "Zu defensiv“

Dass die Stadt sich „zu defensiv“ verhalte, findet auch Alexander Jänisch, der in der Von-Alten-Straße einen Concept-Store betreibt. Großburgwedel brauche Anlässe, um sich auswärtigen Gästen als intakte Kleinstadt zu präsentieren. Schließlich gehe es nur um einen zweiten von vier gesetzlich möglichen Terminen für einen verkaufsoffenen Sonntag. 

Eva Guhl von der Wein- und Spirituosenhandlung Mercantino bedauert, dass am dritten Mai-Sonntag die Läden zu bleiben. „Unsere jungen Familien wollen auch mal in ihrer eigenen Stadt bummeln können“, sagt sie. Allerdings sieht Guhl die Einzelhändler in der Pflicht, von denen sich nur ein kleiner Teil eingebracht habe: „In Zukunft müssen wir alle wieder an einem Strang ziehen.“

Die Buchhandlung Böhnert hatte bereits Plakate drucken lassen für den 21. Mai. Heike Zielinski, die das Geschäft leitet, mag weder gegen Stadt noch gegen Verdi wettern, sie wird grundsätzlich: „Man sollte sich am Anfang des Jahres an einen Tisch setzen, auch mit der Gewerkschaft, und eine Lösung für das ganze Jahr finden. Das hilft doch allen“, findet sie.

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