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Senioren sollen besser punkten

Burgwedel Senioren sollen besser punkten

Um auch Senioren künftig eine bessere Chance auf kommunale Baugrundstücke zu verschaffen, möchte die Stadt Burgwedel ihre Vergabekriterien ändern. Das will die Politik auch – aber auf welche Weise, das bleibt noch zu diskutieren.

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Die Stadt Burgwedel möchte mit neuen Vergabekriterien nicht nur Familien, sondern auch Senioren den Zugriff auf kommunale Baugrundstücke erleichtern.

Quelle: Archiv

Burgwedel. Der Vorschlag der Verwaltung sieht folgendermaßen aus: Alle Bewerber werden in einem ersten Schritt in drei Töpfe verteilt – Familien, Senioren und der Rest. 60 Prozent aller Grundstücke sollen an die Familien gehen, zu denen auch Alleinerziehende zählen, 30 Prozent sollen Bauwilligen ab 65 Jahren zustehen, und Alleinstehende teilen sich die restlichen 10 Prozent.

Innerhalb ihrer Kategorie sollen die Bewerber nach festen Kriterien Pluspunkte sammeln und sich so einen oberen Platz auf der Liste sichern können. So gibt es Punkte, wenn man bereits in Burgwedel wohnt. Wer mit dem Umzug auch ein Gewerbe in Burgwedel anmeldet, punktet ebenso wie Familien mit jedem Kind, das sie mitbringen. Punkte kassiert, wer einen Angehörigen pflegt oder schwerbehindert ist. Wer schon lange auf der Warteliste steht, ein Passivhaus bauen will, seit mehr als drei Jahren ein Ehrenamt ausfüllt oder bereit ist, für seinen Neubau ein Bestandsgebäude in Burgwedel zu verkaufen, bekommt ebenfalls einen Bonus. Bei gleicher Punktzahl erhält der Bewerber den Zuschlag, der am längsten in Burgwedel wohnt. Bei Härtefällen, die nicht über die Kriterien abzubilden sind, hat der Verwaltungsausschuss das letzte Wort.

„Grundsätzlich finden wir das gut“, lobte Hans-Joachim Rödiger (SPD) die Vorlage der Verwaltung. Allerdings – so machten es gleich mehrere Politiker im Sozialausschuss am Dienstagabend deutlich – fehle es noch an Genauigkeit. Was ist ein Passivhaus? Was passiert, wenn jemand ankündigt, eines zu bauen, es aber nicht tut? Lassen sich Bürger wirklich vertraglich zwingen, ein Haus zu verkaufen, um ein Grundstück zu bekommen? Und was ist wichtiger: Die 60-30-10-Quote oder nicht doch einfach die Punktewertung?

Auch die Frage, ob die Vergabekriterien für alle Orte passen, stellte sich im Plenum. „Wollen wir wirklich in Oldhorst 30 Prozent an Senioren vergeben? Das macht keinen Sinn“, betonte Martina Flatten (CDU). Zudem müsse geklärt werden, wie lange man sich Zeit lässt, wenn einer der Bewerbertöpfe leer ist und ab wann der Zugriff für andere möglich wird.

In einer gemeinsamen Sitzung des Planungs- und Sozialausschusses soll die Verwaltung nun Details liefern – und mit Blick auf die aktuellen Kriterien und die zuletzt eingegangenen 100 Bewerbungen ermitteln, wie sich aktuell das Verhältnis von Familien und Senioren darstellen würde.

631 Interessenten für Baugrundstücke

Die Zahl klingt angesichts der „nur“ rund 50 Grundstücke, die die Stadt Burgwedel in der nächsten Zeit vermarkten kann, gewaltig: 631 Namen finden sich auf der Bewerberliste für kommunales Bauland. Allerdings: Der oberste Interessent hatte bereits 1977 Bedarf angemeldet – seitdem ist die Liste nicht mehr von Karteileichen befreit worden. Die meisten interessieren sich nur für Grundstücke in Großburgwedel, und bei 56 Prozent der Bewerber handelt es sich um Familien. Ihren Hauptwohnsitz in der Stadt hat bereits mehr als die Hälfte der Bauwilligen, gut ein Drittel arbeitet auch vor Ort. Sobald die Politik die neuen Vergabekriterien beschlossen hat, will die Verwaltung alle Interessenten anschreiben, prüfen, ob der Bedarf an Grundstücken noch besteht, und die aktuellen Informationen abfragen. Die Wahrscheinlichkeit, dass dann noch 631 Namen auf der Liste bleiben, ist eher gering.

Von Carina Bahl

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