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Was wird aus der Burgwedeler Stadtchronik?

Burgwedel Was wird aus der Burgwedeler Stadtchronik?

Nun ist es doch passiert: Die Stadt hat ganz formell, so Hauptamtsleiter Götz-Gero Moeller, die Reißleine gezogen und den Werkvertrag mit dem säumigen Ko-Autor der geplanten Chronik über die jüngere Geschichte der Stadt Burgwedel gekündigt.

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Diese alte Karte zierte das Buchcover von Christian Heppners "Chronik der Geschichte der sieben Dörfer"

Quelle: Repro: Martin Lauber

Burgwedel. Gleichwohl will Historiker Martin Stöber, wie er gestern auf Anfrage ankündigte, die fehlenden Teile binnen Wochenfrist liefern. Es geht um ein Geschichtswerk über Burgwedels Weg von der Gebietsreform im Jahr 1974 bis zur Verleihung der Stadtrechte anno 2003.

Bestellt hatte die Kommune diese Arbeit vor neun Jahren bei einem Autorengespann. Christian Heppner, von dem auch der 1999 erschienene Band „Burgwedel – Geschichte der sieben Dörfer“ stammt, an den sich der neue, reich bebilderte Band nahtlos anschließen sollte, lieferte seinen kommunalpolitischen Part inklusive eines ausführlichen Interviews mit dem früheren Bürgermeister Karsten Hoppenstedt und Stadtdirektor Hannes Schönhoff schon vor Jahren.

Unendliche Geschichte

Doch der Part von Stöber, der sich um Wirtschaft, Kultur, Vereine, Soziales und den ganzen Rest, den die Politik nicht abdeckt, kümmern sollte, entwickelte sich zur unendlichen Geschichte, die immer wieder auch die Kommunalpolitik beschäftigte. Wiederholt setzte die Stadt Fristen, die ebenso wiederholt verstrichen. Geplante Veröffentlichungstermine mussten kassiert werden. Statt auf Konventionalstrafen zu warten, verzichtete der Historiker auf Honorar. Sogar persönlich war Stöber, der im Hauptamt Geschäftsführer des Niedersächsischen Instituts für Historische Regionalforschung ist, im Verwaltungsausschuss (VA) erschienen und hatte dort Terminzusagen gemacht, die dann doch nicht eingehalten wurden.

Zuletzt waren es nach Stöbers Aussage gesundheitliche Gründe, die ihn an der fest vereinbarten Schlusslieferung gehindert hätten. Im Burgwedeler Rathaus riss der Geduldsfaden kurz vor Ostern – auch der von Möller persönlich: „Ich habe lange genug meinen Kopf hingehalten“, sagt der Hauptamtsleiter. Die Stadt habe den Werkvertrag gekündigt und sich die Herausgabe des bisher zusammengetragenen Materials gesichert. „Wir werden sehen, was wir noch an Fragmenten bekommen. Die Politik muss nun entscheiden, wie es weitergehen soll.“ Die Qualität der vorliegenden Kapitel über Schule, Gewerbe, Sport, Kultur und Vereine müssten andere beurteilen. Seine persönliche Erwartungen, so Moeller, seien nicht erfüllt.

Stöber gesteht Verschulden

„Das ist allein mein Verschulden, mir ist so etwas noch nie passiert“, zeigt Stöber sich zerknirscht. Er sehe es deshalb als seine Verantwortung an, die noch fehlenden Kapitel über Verkehr, soziales Leben und die Landwirtschaft nicht fragmentarisch, sondern bis Mitte kommender Woche durchformuliert im Burgwedeler Rathaus abzuliefern. Das habe er sich fest vorgenommen. Allerdings hatte der Historiker die neuere Burgwedel-Chronik schon 2003 auf der Ziellinie gesehen.

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