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Stadt klärt biologisch und spart 200.000 Euro

Oldhorst Stadt klärt biologisch und spart 200.000 Euro

Statt eine Druckrohrleitung für 250.000 bis 350.000 Euro zu bauen, hält die Stadt ihre kleine Teichkläranlage in Oldhorst mit einem Belüfter für einen Bruchteil der Kosten fit.

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Vom verlängerten Herrendamm sind nur der Regenüberlauf (ganz vorne) und der Absetzteich zu sehen, hinter den Bäumen verstecken sich zwei mit Beton ausgekleidete Klär- und ein Schönungsteiche.

Quelle: Martin Lauber

Oldhorst/Fuhrberg.   Fast  2.000 Euro pro Einwohner von Oldhorst: So viel Geld hat die Stadt Burgwedel in ihrem aktuellen Haushalt für eine verbesserte Reingigung des Abwassers in dem 134-Seelen-Dorf reserviert. Aber jetzt wird alles viel billiger. Statt einer Druckrohrleitung nach Thönse für eine Viertelmillion soll die alte Teichkläranlage am verlängerten Herrendamm nur „aufgerüstet“ werden – für runde 50.000 Euro. Natürlich hat der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss in seiner jüngsten Sitzung Ja dazu gesagt.

Zwischenzeile

Die in puncto  Betriebskosen konkurrenzlos preiswerte  Anlage in Oldhorst versteckt sich seit Jahrzehnten hinter Sträuchern und Bäumen. In den zwei Teichen hinter einem kleinen Absetzbecken walten die Selbstreinigungskräfte des Wassers mit Unterstützung der Wurzeln des Schilfgürtels. Weil die Phosphat- und Stickstoffwerte zwar meist, aber nicht immer im gesetzlichen Limit liegen, stand Bauamtsleiter Oliver Götze unter Handlungsdruck. Die wasserrechtliche Genehmigung für die Teichkläranlage in Burgwedels kleinster Ortschaft stand früher oder später auf dem Spiel.

Götze machte zweierlei: Er meldete einerseits den Finanzierungsbedarf einer Druckrohrleitung nach Thönse an, von wo aus das Oldhorster Abwasser weiter nach Großburgwedel gepumpt worden wäre – teuer auch deshalb, weil vor Ort ein Pumpwerk gebaut und die Landesstraße hätte gekreuzt werden müssen. Der Rat bewilligte die Viertelmillion. Und die Baumaßnahme wäre mit allen Begleitkosten noch 100.000 Euro teurer geworden, rechnete die Verwaltung vor.

Jetzt wird nur ein Bruchteil des Geldes gebraucht. Götze präsentierte im Ausschuss zwei Alternativen: Eine Kompaktkläranlage aus drei Fertigteilbehältern mit einem Erstinvestitionsbedarf von 50.000 Euro plus den Kosten für Stromanschluss und hohem Energiebedarf setzte sich nicht durch. Stattdessen ist die Installation eines schwimmenden Oberflächenbelüfters für 10.000 Euro die Variante, für die sich der Ausschuss entschied. Durch Sauerstoffeintrag lasse sich der Stickstoffabbau deutlich verbessern und  gezielt steuern. Inklusive aller Ausgaben, unter anderem für den Stromanschluss und einen Steg über einen der Teiche  rechnet Götze mit Gesamtkosten von rund 50.000 Euro. 

Für Transportleitung nach Fuhrberg gibt es eine vorläufige Trasse

Keine Alternative gibt es zum Bau einer Druckrohrleitung zwischen Fuhrberg und der Zentralkläranlage in Großburgwedel, die mehr als eine Million Euro kosten wird. Für die sowohl qualitativ wie quantitativ überforderte Kläranlage am Fuhrberger Grasbruchweg läuft die Genehmigung 2022 aus. Schon seit Jahren blockiert die Region neue Wohn- und Gewerbegebiete in dem Dorf. Der Ortsrat drückte im Sommer 2016 nochmal aufs Tempo . Götze hat jetzt eine „vorläufige Trassenführung“ den Realverbänden, den Landesforsten und Enercity mit Bitte um Stellungnahme zur Verfügung gestellt. Die rund acht Kilometer lange Leitung soll im wesentlichen entlang des Trüldamms verlaufen. 

Von Martin Lauber

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