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Stadt überarbeitet Entwässerungsplan

Nach Regenmassen Stadt überarbeitet Entwässerungsplan

Statt im Gully abzulaufen, verhielt es sich mit den Regenmassen umgekehrt: Der Kanal flutete mit Hochdruck Teile von Großburgwedels stark versiegelter Innenstadt. Häuser ohne intakte Rückschlagklappen hatten Probleme mit Abwasser im Keller.

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Bauhofmitarbeiter Peter Dudeck kontrolliert nach den Regenmassen einen Schmutzfänger.

Quelle: Martin Lauber

Burgwedel. Sturzbäche auf der Isernhägener und der Dammstraße, in der Fußgängerzone und im Mitteldorf – und überall Bauhofmitarbeiter, Feuerwehrleute und sogar Anwohner, die mit Laub verstopfte Schmutzfänger aus den Gullys zogen, um den Abfluss zu beschleunigen.

Das zeitigte aber nur mäßigen Erfolg, solange der Kanal dagegen drückte. Die Rückhaltebecken waren ebenso randvoll wie die Wedel. „Die Kapazitätsgrenze war erreicht“, sagte Bauamtsleiter Niclas Gutzler am Morgen danach. Gegen derartige Spitzenlasten könne man kaum anbauen. Trotzdem: Der relativ alte Generalentwässerungsplan werde überarbeitet.

Ob die Gräben optimal geräumt und die – teilweise zu engen – Durchlässe kontrolliert worden seien, stellte Stadtbrandmeister Friedhelm Leisenberg gestern gegenüber dieser Zeitung in Frage.

Die freiwilligen Helfer der Feuerwehren mussten sich einigen Frust anhören, berichtete er. Denn trotz Unterstützung aller Ortsteilfeuerwehren konnte nicht an allen 35 Einsatzstellen in Großburgwedel – und zehn weiteren in Kleinburgwedel – ad hoc geholfen werden.

Vielfach halfen sich die Betroffenen selbst: Die sechs Damen eines Geburtstagskaffeekränzchens im Antikcafé zogen die Schuhe aus und halfen Petra Pflüger beim Scheffeln des Wassers, das durch eine Seitentür eindrang. Den Friseursalon von Werner Baack nebenan traf es heftig. Rigipswände und Regale haben sich mit Wasser vollgesogen. Im Keller der Hirschapotheke stand das Wasser zwei Zentimeter hoch, im Untergeschoss des Buchladens Böhnert noch höher – vermischt mit Abwasser, weil dem Vernehmen nach das Hebewerk aussetzte.

Gutzlers Erfahrung: In vielen Häusern fehlten Rückschlagklappen, oder sie würden im Extremfall über Jahrzehnte nicht gewartet. „Mindestens jedes Vierteljahr öffnen und schließen und bei automatischen Klappen zweimal jährlich testen“, rät Leisenberg.

Wegen des Abwassers lässt die Stadt jetzt die Einsatzkleidung der Feuerwehr reinigen und desinfizieren. Für die Stiefel würden wahrscheinlich Überzieher angeschafft, berichtete Ordnungsamtsleiterin Andrea Stroker.

Martin Lauber

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