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Stille Post am ZOB spart reichlich Strom

Burgwedel Stille Post am ZOB spart reichlich Strom

Mehr als eine Million Euro lässt die Stadt Burgwedel sich die Erneuerung der Straßenbeleuchtung kosten, um Energie und langfristig auch Geld zu sparen. Am neuen Busbahnhof (ZOB) am Schulzentrum setzt sie dabei auf Hightech.

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Die neuen LED-Lampen an Großburgwedels Zentralem Omnisbusbahnhof schlucken selbst im Vollbetrieb nur zwölfmal 30 Watt.

Quelle: Martin Lauber

Burgwedel. Es funktioniert so ähnlich wie Stille Post, nur elektronisch per Funkmodul: Hat eine der sechs mit jeweils zwei Leuchtköpfen bestückten LED-Lampen am neuen ZOB etwas Bewegliches ab einer gewissen Größe geortet, gibt sie auch der Nachbarlampe Bescheid, für ein Weilchen bitte mal die Lichtstärke nach oben zu dimmen.

Nicht, dass es im 1-Lux-Ruhemodus, in dem die Lampe (inklusive Bewegungsmelder) nur 6 Watt verbraucht, allzu finster auf den Bussteigen wäre. Aber im aktivierten 30-Watt-Betrieb spenden die vielen kleinen LEDs in den Lampenköpfen späten Buspassagieren, Radfahrern und Fußgängern noch sehr viel komfortableres Licht. Vor dem ZOB-Neubau verbrauchten die alten Lampen siebenmal soviel Strom - gegenüber dem Ruhemodes der neuen sogar das 35-Fache.

LumiMotion hießt das installierte System, von „wanderndem Licht“ spricht Harald Rietz von der Tiefbauabteilung der Stadt Burgwedel. Allzu viele Anlagen dieser Art hat der Hersteller noch nicht installiert. Am meisten zu sparen sei mit bewegungssensitiven Systemen dort, wo wenig Betrieb herrscht - in Wohnstraßen zum Beispiel, oder eben auf einem nachts kaum frequentierten Busbahnhof, sagt Philipps-Techniker Benjamin Berger.

Ob die aufwendige Technik wohl auch installiert worden wäre, wenn der ZOB-Umbau nicht zu 75 Prozent bezuschusst worden wäre, vermag Rietz nicht zu sagen. Gleichwohl: Die Stadt investiert ins Thema Stromsparen am Straßenlicht kräftig. Zwischen Mai 2014 und Februar 2015 wurden die ersten 1300 Lampen angefasst: 498 Kofferleuchten wurden komplett ausgetauscht, 542 auf LED-Technik umgerüstet, zusätzlich bekamen 273 sogenannte Rautenlampen neue Leuchtmittel, um deren Verbrauch um drei Viertel zu senken.

Seit Ende Juni wird die Aktion fortgesetzt: Bei 550 Pilzleuchten wurden die Köpfe seitdem schon ausgetauscht. Bei etwa noch mal so vielen Lampen werden die 40 Jahre alten Masten bis Oktober gleich mit ersetzt - circa zehn Stück pro Tag.

Was als Ersparnis rauskommt, hat Rietz ausgerechnet. Alles zusammen, blieben der Umwelt durch Minderverbrauch von mehr als einer halben Million Kilowattstunden jährlich über 400 Tonnen Klima-schädigendes Kohlendioxid erspart. Das werde auch die Stromrechnung der Stadt drücken - um gut 40 Prozent oder rund 120.000 Euro pro Jahr.

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