Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Streit mit dem
 Mieter endet
 vor Gericht

Wedemark/Burgwedel Streit mit dem
 Mieter endet
 vor Gericht

Wenn ein Hausmeister einen Mieter als „Arschloch“ bezeichnet, muss er mit einer Verurteilung wegen Beleidigung rechnen. So hat es am Donnerstag ein Wedemärker vor dem Amtsgericht Burgwedel erlebt.

Voriger Artikel
Gefälschter Führerschein aus dem Internet
Nächster Artikel
Zwei Dörfer verlieren ihre Sparkassenfilialen

Vor dem Amtsgericht Burgwedel wurde jetzt ein Hausmeister wegen Beleidigung eines Mieters verurteilt.

Quelle: Symbolbild: Martin Lauber

Wedemark/Burgwedel. Seitdem der Rentner seinen Dienst als Hausmeister angetreten hat, hängt der Haussegen offenbar schief in der Wohnanlage in der Wedemark. Ein Mieter berichtete gestern als Zeuge vor dem Amtsgericht Burgwedel, dass der Mann sich über die Tätigkeit als Hausmeister hinaus in die Privatsphäre der Mieter eingemischt, beispielsweise ständig deren Besucher fotografiert habe. Er selbst habe auch "drei unerfreuliche Begegnungen“ mit ihm innerhalb einer Woche gehabt, woraufhin er sich beim Vermieter beschwert habe.

Konkreter wurde ein anderer Mieter. Mit diesem hatte sich der Hausmeister Ende Juni das Wortgefecht geliefert, das in der Anzeige wegen Beleidigung gipfelte. Nach einem starken Regenguss drohte damals Wasser in mehrere Erdgeschosswohnungen zu laufen, der Hausmeister kam mit einem Nasssauger vorbei – doch ihm habe er jegliche Hilfe verweigert, berichtete der Familienvater. Stattdessen habe ihn der Ältere als "Arschloch“ betitelt, auch der Begriff "elende Drecksau“ soll gefallen sein – wobei diese angebliche Wortwahl nicht Bestandteil der Anklage war.

Laut des beschimpften Mieters soll dies allerdings nicht der einzige negative Vorfall gewesen sein: An einem anderen Tag habe der Hausmeister den Vorwurf erhoben, dass seine Lebensgefährtin mit einem Lastwagen vor einem der Mietshäuser Kies gestohlen haben soll. "Sie hat nicht mal einen Führerschein“, gab der 25-Jährige zu Protokoll. Und als der Hausmeister angefangen habe, die Parkplätze mit Schildern den einzelnen Wohnungen zuzuordnen, habe er als einziger keinen Platz abbekommen.

Auf diese Vorwürfe ging der angeklagte 67-Jährige – der zuvor als Ingenieur in verantwortlicher Position in einem großen Unternehmen gearbeitet hatte – vor Gericht nicht ein. Die Beleidigung stritt er jedoch vehement ab. Ganz im Gegenteil: Er habe sich von dem Mieter bedrängt gefühlt, sich abgewandt und zur Sicherheit sein Pfefferspray aus dem Auto holen wollen. Dabei sei er jedoch zusammengebrochen – Sanitäter mussten sich um ihn kümmern.

Richter Michael Siebrecht verurteilte den Wedemärker vor allem wegen der Aussage des unabhängigen Zeugen zu 15 Tagessätzen à 90 Euro "Sie sollten sich mal überlegen, ob die schlechte Stimmung wirklich nur an den anderen liegt“, gab er dem 67-Jährigen mit auf den Weg. Zumindest mit dem beleidigten Mieter dürfte es allerdings nicht mehr allzu viele Reibungspunkte geben: "Wir ziehen demnächst aus“, hatte der Familienvater während der Verhandlung zu Protokoll gegeben.

Von Frank Walter

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6slqn371eautd2w7l5i
Zurück aus der Hölle des Flüchtlingslagers

Fotostrecke Burgwedel: Zurück aus der Hölle des Flüchtlingslagers