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Südlink: Axel Priebs rät zur Gelassenheit

Burgwedel Südlink: Axel Priebs rät zur Gelassenheit

Burgwedel ist nicht gerade arm an Aufregerthemen: Mit den umstrittenen Infrastruktur-Großprojekten Südlink und Schiene Nord machte die SPD gleich zwei davon zum Gegenstand eines Informationsabends. Das lockte circa 80 Interessierte in den Amtshof.

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Kommt die Y-Trasse, würde eine Güterumgehung über Burgwedeler Gebiet nach Lehrte wahrscheinlich. Axel Priebs zeigt die von der Bahn vage platzierte Trasse.

Quelle: Martin Lauber

Burgwedel. Beim Projekt Schienenanbindung der Seehäfen ans Hinterland pflegt die Bahn angesichts einer wachsenden Zahl von Alternativen mittlerweile einen neuen Sprachgebrauch: Statt von der Y-Trasse ist jetzt von „Schiene Nord“ die Rede. Wo neu- oder ausgebaut werden soll, darüber läuft die Meinungsbildung zurzeit in einem Dialogforum.

In puncto Windstromautobahn Südlink lässt die Bundesnetzagentur den Vorhabenträger nachsitzen: Tennet muss seinen Vorzugskorridor mitten durch Region Hannover und Stadt Burgwedel samt dem nachgereichten Bündel von Alternativen neu planen und begründen. Mit einem Antrag auf Bundesfachplanung ist nicht vor der Jahreswende zu rechnen.

Nichts wirklich Neues also für ein wissensdurstiges Auditorium im Großburgwedeler Amtshof. Und trotzdem hat der kritisch-orientierende Ausblick des Referenten Axel Priebs wohl niemanden enttäuscht. „Wie geht es weiter?“ - dazu hatten der Planungsdezernent der Region Hannover und andere Diskutanten interessante Einschätzungen.

Sind Südlink-Hochspannungsmasten zwischen Burgwedels Dörfern oder am Brelinger Berg zu befürchten?

Priebs riet zur Gelassenheit. Tennet sei von einer ordentlichen Ermittlung des Grobkorridors weit entfernt. Mit dem „Wollknäuel“ an Alternativtrassen habe der Vorhabenträger sich vollends disqualifiziert.

Welche Rolle kann das Erdkabel spielen?

Der Gesetzgeber sei in der Pflicht, mehr Spielraum für den Einsatz von Erdkabel zu lassen, forderte Ernst-Otto Thiesing, Vorsitzender des Bürgerforums Burgwedel. „Dann wird das Spiel neu eröffnet.“ In diesem Punkt könne sich niemand über mangelndes Engagement der heimischen Abgeordneten beschweren, sagte Priebs. Er sieht es wie Thiesing: Nach der für Herbst erwarteten Novelle des Energieleitungsbaurechts sei eigentlich eine Neuplanung des Südlinks fällig. Denn mit mehr Erdkabel könnte die Leitung auf einmal schmerzfrei entlang von Bahn und Autobahn verlegt werden.

Bremst die Südlink-Planung die betroffenen Gemeinden aus?

„Die Kommunen sind die Stiefkinder des Netzausbaubeschleunigungsgesetzes“, monierte Rechtsanwalt Wolfgang Schrödter, der die Gemeinde Wedemark vertritt. Klagen könnten sie gegen die Trassenführung erst am Ende des Planungsprozesses - gegen den Planfeststellungsbeschluss, also kaum vor 2018/19. So lange würden sie in ihrer Planungshoheit blockiert. Priebs war da anderer Meinung: Die Tennet-Trasse sei bislang nicht Gegenstand der Regionalen Raumordnung und stehe deshalb Bebauungsplänen der Gemeinden nicht automatisch im Weg.

Ist die Y-Trasse noch im Rennen?

Laut Priebs wird es keine für die Region schmerzfreie Schiene-Nord-Lösung geben. Gleichzeitig sei man, um den Knotenpunkt Hauptbahnhof Hannover zu entlasten, auf mehr Kapazitäten für den Güterverkehr dringend angewiesen. Die Y-Trasse sei wegen ihrer verkehrswirtschaftlichen Bedeutung zwar „planerisch nicht aus der Welt“. Trotzdem gab er diese „vorsichtige Einschätzung“: „Die Bahn wird sich von einem Neubau verabschieden.“ Unter dem Druck der Transportprobleme der Seehäfen seien der Ausbau und Teilneubau von Streckenabschnitten viel realistischer. „Sonst wandern die Tonnagen auf die Straße oder nach Rotterdam.“

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