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Tafel-Kunden dürfen nur jede zweite Woche kommen

Großburgwedel Tafel-Kunden dürfen nur jede zweite Woche kommen

Für die Burgwedeler Tafel ist es ein Novum: Ab Mitte Januar wird sich jeder Bedürftige nur noch alle zwei Wochen an der Gartenstraße mit gespendeten Lebensmitteln eindecken dürfen. Dort hat sich am Mittwoch der CDU-Bundestagsabgeordnete Hendrik Hoppenstedt umgesehen.

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Der CDU-Bundestagsabgeordnete Hendrik Hoppenstedt sortiert gemeinsam mit den Ehrenamtlichen der Tafel die gespendeten Lebensmittel.

Quelle: Frank Walter

Burgwedel. Als Hahn im Korb durfte sich am Mittwoch Hendrik Hoppenstedt fühlen. Gemeinsam mit neun Frauen sortierte der CDU-Bundestagsabgeordnete die Lebensmittelspenden, die per Lieferwagen aus den Supermärkten bei der Burgwedeler Tafel eingetroffen waren. Nach den Weihnachtsfeiertagen kamen derart viel Obst, Gemüse und Brot zusammen, wie es die Tafel-Helfer lange nicht mehr erlebt hatten. Man sei richtig ins Schwitzen geraten, berichtete Gisela Rhein, die tags zuvor mit ihren Mitstreiterinnen allein acht große Kisten Kartoffeln in Tüten umpacken musste. Am Mittwoch vor Weihnachten hatte die Tafel die Ausgabe noch ausfallen lassen müssen, weil sich nicht genug Helfer gefunden hatten. Gestern konnten sich die Bedürftigen dagegen reichlich eindecken - „heute gibt’s alles, was das Herz begehrt“, freute sich Rhein für die Tafel-Kunden.

Diese kommen mittlerweile zahlreich wie nie zuvor, erfuhr Hoppenstedt, in dessen Zeit als Bürgermeister die Tafel gestartet war, gestern bei seinem Besuch - mit der Folge, dass jeder Tafel-Kunde bald nur noch alle zwei Wochen mit Lebensmitteln versorgt werden kann.

Kunden dürfen nur jede zweite Woche kommen

Hatten die Ehrenamtlichen in den vergangenen Jahren im Schnitt rund 300 Kunden in der Kartei, so ist diese Zahl durch den Zustrom an Flüchtlingen mittlerweile auf rund 470 geschnellt. „Darunter sind heute etwa 260 Flüchtlinge“, erklärt der Vereinsvorsitzende Gerd Duckstein. Das Spendenaufkommen konnte diesem Anstieg nicht folgen, ganz im Gegenteil: Supermärkte lassen sich zunehmend just in time beliefern, viele gewähren zudem kurz vor Erreichen des Mindesthaltbarkeitsdatums Rabatte. Auf weitere Märkte ausdehnen lasse sich das Versorgungsgebiet der Burgwedeler Tafel nicht, „man wildert nicht in fremden Revieren“, so Duckstein. Die Flüchtlinge komplett von der Lebensmittelausgabe auszuschließen, wie manch anderer Tafel-Verein das tue, das kommt für die Burgwedeler Ehrenamtlichen nicht infrage – „das sind die Ärmsten der Armen“. So wird die Tafel ab Mittwoch, 13. Januar, ihre Kunden nur noch im wöchentlichen Wechsel versorgen können. Jeder Bedürftige soll dann alle zwei Wochen zwar mehr mitnehmen können als bislang als Wochenration – die doppelte Menge wird es nach Einschätzung von Duckstein aber nicht geben: „Jeder Kunde wird weniger bekommen.“

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