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Tafel denkt auch an Tierhalter

Burgwedel Tafel denkt auch an Tierhalter

Haustier und Hartz IV - das ist finanziell nur schwer zu vereinbaren. Um Hilfeempfänger und Bezieher kleiner Renten zu entlasten, ruft die Burgwedeler Tafel gezielt zu Tiernahrungsspenden auf.

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Die Tierfutter-Spendenbox im Großburgwedeler E-Center.

Quelle: Martin Lauber

Burgwedel. Im Warenkorb, der dem Regelsatz von monatlich 399 Euro für allein lebende Empfänger von Hartz IV oder von Grundsicherung im Alter zugrundeliegt, sind Ausgaben für Tierfutter nicht vorgesehen. Und die Quelle Supermarkt, aus der die Tafel für ihre wöchentliche Lebensmittelausgabe an der Gartenstraße schöpft, ist in diesem Punkt völlig unergiebig. „Tierfutter mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum haben wir noch nie bekommen“, sagt Gerd Duckstein, Vorsitzender der Burgwedeler Tafel.

Auf rund 20 Prozent schätzt Duckstein den Anteil der Tierhalter unter den etwa 400 Kunden der Burgwedeler Tafel. „Die meisten sind unverschuldet in die Armutsfalle geraten“, weiß er. Zahlreiche geschiedene Frauen mit Minirenten seien darunter und auch mancher, der schon ein Tier hatte, bevor er staatliche Hilfen in Anspruch nehmen musste. Wer sich gesellschaftlicher Kontakte aus Geldknappheit enthalten müsse, für den sei der Hund, die Katze oder der Wellensittich bisweilen zum wichtigsten Lebensbegleiter geworden. Zudem: „Wenn man sich Tiere nicht mehr leisten kann, bliebe ja nur noch das Tierheim.“ Das wolle doch auch keiner, ist Duckstein sicher. Die Tafelkunden mit Haustieren zu unterstützen, auch darin sehe sein Verein seine Aufgabe.

Im Eingangsbereich des Großburgwedeler E-Centers an der Hannoverschen Straße hat die Tafel vor Kurzem einen Korb für Tierfutterspenden platziert und auf einem Aufsteller daneben ihr Anliegen ausführlich erläutert. Seither legt mancher Kunde bei seinem Einkauf eine Dose Hunde-, Katzen- oder Vogelfutter mehr in den Einkaufswagen, um sie vor dem Verlassen des Supermarkts in die Tafelbox zu werfen. Der Spendenaufruf finde bisher eine erfreuliche Resonanz, sagt Duckstein. Immer, wenn genug zusammengekommen ist, gibt es an der Gartenstraße einen gesonderten Ausgabetermin für die Herrchen und Frauchen unter den Tafelkunden.

Langenhagener Tafel

Dass das Thema Tiernahrung in der Tafel-Szene nicht unumstritten ist, lässt ein Blick auf die Langenhagener Tafel erahnen. „Wir sehen es durchaus, dass Tiere für unsere Kunden einen hohen Stellenwert haben und geben auch gern Tierfutter mit aus, wenn wir es denn bekommen“, sagt die Vorsitzende Jutta Holtmann. Doch dann folgt das Aber: „Eine Tafel ist ein Ort, an dem sich Menschen zusammensetzen, um zu essen.“ Der Langenhagener Verein sei entschiedener Gegner sogenannter Tier-Tafeln, mit denen aber auch die Burgwedeler nicht wegen ihres Tierfutter-Spendenaufrufs verwechselt werden wollen.

Hinter der Haltung in Langenhagen steckt laut Holtmann auch dies: Bei mittlerweile 2000 Kunden – „und täglich werden es mehr“ – werde es immer schwerer, genügend Lebensmittel ranzuschaffen. Darauf sei das Augenmerk konzentriert, „da haben wir nicht noch Zeit für eine separate Tierschiene“.

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