Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Schüler entwickeln Perspektiven

Burgwedel Schüler entwickeln Perspektiven

Alice Aischa Knuf hat den Schulalltag von Burgwedeler Neuntklässlern mit neuen Arbeitsformen bereichert, denn sie näherte sich dem Thema Rassismus am Gymnasium nicht von der intellektuellen, sondern von der emotionalen Seite – in theaterpädagogischen Workshops.

Voriger Artikel
In Engensen 
bleibt Stein
 am Ruder
Nächster Artikel
Ein kunstvoller Perspektivwechsel

Die vier Klassen des 9. Jahrgangs von Großburgwedels Gymnasium haben jeweils ein eigenes Theaterstück erarbeitet.

Quelle: PATRICIA CHADDE

Großburgwedel. Zur Einführung machte sie mit jeder einzelnen Klasse Lockerungsübungen, dann folgten Spiele zum Thema Ausgrenzung. „Ich möchte, dass die Schüler ins Fühlen kommen“, so die Theaterpädagogin. So schickte sie einen Schüler vor die Tür, der bei seiner Rückkehr sprachlos angestarrt wurde. „Damit fühlten sich beide Seiten nicht wohl“, so Knuf. Jahrgangsleiterin Elke Zietz hatte ihren Jahrgang bewusst ausgewählt, weil „diese Altersgruppe reflektieren kann, aber auch anfällig für Gruppendruck ist“. Initiatorin Ilinda Bendler, Burgwedels Gleichstellungsbeauftragte, kam am Freitag zum fünften Projekttag zur Theateraufführung dazu.

Ihr Ziel: „Wir wollten mal nicht die Perspektive von Immigranten, sondern die Haltung der aufnehmenden Gesellschaft thematisieren.“ Die Gleichstellungsbeauftragte hatte sich mit der Projektidee beim Ideenwettbewerb der Region Hannover beworben und rund 3500 Euro Förderung erhalten. Neben der Beschäftigung mit dem wichtigen Thema wurde auch manches Schauspieltalent entdeckt. „Viele Schüler haben mich mit ihrer Bühnenpräsenz überrascht“, so das Fazit des Schulsozialpädagogen André Leuschner. Auch die Klassenlehrer freuten sich über neu entdecktes Potenzial. „Theater bietet eine besondere Form der Selbsterfahrung im geschützten Raum“, weiß Knuf, während sich die Schüler von ihren Erfahrungen tief berührt zeigten: Weder als Ausgeschlossene noch als Ausgrenzende fühlten sie sich wohl in ihrer Haut.

Von PATRICIA CHADDE

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten