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Zwei Blicke auf ein Wahlergebnis

Burgwedel Zwei Blicke auf ein Wahlergebnis

In einer Rekordzeit von nur 14 Minuten hat der Ortsrat Oldhorst am Donnerstagabend den Haushalt 2017 beraten und Thorsten Rieckenberg (CDU) in die zweite Amtszeit als Ortsbürgermeister geschickt. Einstimmig ging das allerdings nicht vonstatten.

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Im neuen und jetzt nur noch vierköpfigen Ortsrat Oldhorst sitzen Henrik Grabowski (FDP, von links), Holger Raddatz (CDU), Ortsbürgermeister Thorsten Rieckenberg (CDU) und Jan-Friedhelm Hogreve (CDU).

Quelle: Carina Bahl

Oldhorst. Gerade einmal 120 Menschen leben in Oldhorst. Mit der Kommunalwahl im September hat sich der kleinste Stadtteil Burgwedels auch selbst den kleinsten Ortsrat verpasst. Der Auslöser: Henrik Grabowski (FDP). „Es war wirklich keine Absicht“, scherzte der 46-Jährige am Donnerstagabend nach der Sitzung. Er hat im September das wohl Unmögliche geschafft: Obwohl der Liberale erst seit fünf Jahren im Dorf wohnt, hat er auf Anhieb 40,2 Prozent aller Oldhorster von sich überzeugen können – summa summarum wären das zwei der fünf Sitze im Ortsrat für die FDP gewesen. Weil die Liberalen aber nur Grabowski als Kandidaten aufgestellt hatten, bleibt der zweite Sitz für die nächsten fünf Jahre frei. Die weiteren drei Plätze gehen an die CDU.

„Für mich war dieses Ergebnis ein klares Zeichen, dass sich die Bürger eine Veränderung in Oldhorst wünschen“, sagte Grabowski als es um die Wahl des Ortsbürgermeisters ging. „Bei so einem kleinen Dorf kann man die Bürger einfach mehr beteiligen, mehr an Entscheidungen teilhaben lassen.“ Er hätte sich dieser Aufgabe als Ortsbürgermeister gern gestellt. „Aber bei diesen Mehrheitsverhältnissen brauche ich gar nicht erst anzutreten.“

„Ich schlage Thorsten Rieckenberg vor. Bums!“, lautete denn auch die klare Positionierung von CDU-Mann Jan-Friedhelm Hogreve. In offener Wahl per Fingerzeig wurde Rieckenberg so mit drei zu einer Gegenstimme in die zweite Amtszeit geschickt. Aus Sicht von Rieckenberg ein völlig verständlicher Weg: „Die CDU hat 59,8 Prozent der Stimmen geholt. Damit sind wir sehr zufrieden.“ Auf sein persönliches Ergebnis angesprochen, das deutlich unter dem von Grabowski lag, erwiderte der nun frisch wiedergewählte Ortsbürgermeister: „Das ist für mich ganz logisch. Die CDU hatte fünf Kandidaten aufgestellt, da haben sich die Stimmen eben verteilt.“

Die CDU hatte allerdings in der Konsequenz Grabowski den Stellvertreter-Posten angeboten. Dieser lehnte ab. „Dann möchte ich lieber frei wirken können, als mich an den Bürgermeister binden zu müssen“, sprach sich Grabowski für die Rolle der Opposition im kleinsten Ortsrat Burgwedels aus. Kurzerhand ging auch der zweite Bürgermeisterposten an die CDU – diesmal einstimmig wurde Holger Raddatz gewählt.

Auf das kleinste Gremium kommt nun Großes zu: 700 Jahre wird Oldhorst 2017 – ein Grund zu feiern. Dass im Haushalt daher 68 000 Euro für die Verschönerung und Baumaßnahmen auf dem Dorfplatz eingestellt sind, steht in Oldhorst nicht zur Debatte. „Das muss jetzt nur noch durch den Finanzausschuss und den Rat“, zeigte sich Rieckenberg zuversichtlich, dass das auch klappt.

Von Carina Bahl

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