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Muss Turnerschaft sechsstellig nachzahlen?

Sozialversicherungen wollen Viertelmillion von TSG Muss Turnerschaft sechsstellig nachzahlen?

Teueres Nachspiel einer Kündigung für die TSG: Der 2014 geschasste Geschäftsführer der Turnerschaft Großburgwedel hat seinem früheren Arbeitgeber von den Sozialkassen auf den Zahn fühlen lassen. Nun drohen Nachforderungen von bis zu 230.000 Euro. Gegen den Bescheid hat der Verein Klage eingelegt.

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Trotz unbequemer Tatsachen haben fast alle der mehr als 80 Teilnehmer der Mitgliederversammlung dem Vorstand der Turnerschaft Großburgwedel nach dem ersten Jahr im Amt die Entlastung erteilt.

Quelle: Martin Lauber

Großburgwedel. Mit dieser unbequemen Tatsache wurden am Montagabend in der Gymnasiumsaula die rund 80 Teilnehmer der Mitgliederversammlung der Turnerschaft Großburgwedel (TSG) konfrontiert: Der mit rund 2700 Mitgliedern mit Abstand größte Verein der Stadt – Jahresumsatz 2015: rund 1,15 Millionen Euro – muss in den nächsten Jahren eine Viertelmillion Euro zur Seite legen. Eine Forderung in maximal dieser Höhe ist zwischen dem Sportverein und den Sozialversicherungen strittig. Gegen deren Bescheid, in dem ein Betrag noch nicht konkret beziffert ist, hat die TSG jetzt Klage eingereicht.

Mehrere Tage lang hatten die Sozialkassen 2015 die TSG-Bücher geprüft – mit dem Ergebnis, dass aus ihrer Sicht die Turnerschaft hätte Sozialversicherungsbeiträge abführen müssen für ihren nach langjähriger Tätigkeit im Jahr 2014 gekündigten hauptamtlichen Geschäftsführer. Dieser beantragte im Zuge der arbeitsrechtlichen Auseinandersetzung das so genannte "Statusfeststellungsverfahren“.

Die möglichen finanziellen Risiken belaufen sich laut TSG-Schatzmeister Udo Vogeler im schlimmsten, aus seiner Sicht aber unwahrscheinlichen Falle auf bis zu 230 000 Euro, hinzu kommen Anwaltskosten. Nachforderungen gibt es auch für weitere Mitarbeiter – allerdings "nur" in Höhe von insgesamt rund 10.000 Euro. Rücklagen zu bilden, sei also die Aufgabe für die kommenden Jahre, folgerte Vogeler. Der Schatzmeister glaubt, dass bis zu einem Urteilsspruch des Sozialgerichts dem Verein Zeit genug bleibt, um Geld anzusparen. Gleichwohl werde angesichts 12-prozentiger Säumniszuschläge pro Jahr mit den Sozialkassen auch über Vorauszahlungen der TSG geredet.

Kassenprüfer Gerd Duckstein lobte die Transparenz, mit der alle Unwägbarkeiten in den Jahresabschluss 2015 eingearbeitet worden seien wie auch die Bereitschaft des vor einem Jahr komplett erneuerten Vorstandes, "keine Graubereiche mehr zuzulassen". Duckstein empfahl die Entlastung des Vorstands, er warnte allerdings, dass in der Vergangenheit auch noch steuerrechtliche Risiken schlummern könnten. Seine Empfehlung lautete deshalb: "Sparsame Haushaltsführung!“ Die Wende sei 2015 schon eingeleitet worden, unter anderem mit radikal gesenkten Fahrt- und Bewirtungskosten.

Am Anfang der Versammlung waren 10 Mitglieder für 25-jährige sowie Helga Bley und Ingeborg Sam für 50-jährige Vereinstreue ausgezeichnet worden. Vier TSG’ler bekamen die bronzene, 10 weitere die silberne Ehrennadel des Vereins für besondere Verdienste. Die goldene Nadel für 20-jährige Trainertätigkeit erhielt Yogalehrerin Julia Appel.

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