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Großer Andrang bei Vortrag über Datenschutz

Burgwedel Großer Andrang bei Vortrag über Datenschutz

Auf Einladung des CDU-Stadtverbands berichtete eine Expertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen am Mittwochabend im Amtshof über die Datensicherheit im Internet – und der Blick in die Zuschauerreihen bestätigte, dass sich gerade die ältere Generation dafür interessiert.

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Kathrin Körber spricht über Datensicherheit im Internet. Mehrere Dutzend Interessierte hören aufmerksam zu.

Quelle: Frank Walter

Großburgwedel. Das Internet als Medium nur für Jüngere? Das stimmt schon lange nicht mehr: „Mein Opa ist 94 Jahre alt und skypt sehr gern mit seinen Enkeln“, berichtet Kathrin Körber über die Internet-Telefonate ihres Großvaters.

Doch wer sammelt überhaupt die Daten der Nutzer und warum? „Google, Facebook, Telekomunikationsanbieter: Alle sammeln“, ließ die Verbraucherschützerin keine Zweifel – und zitierte einen ehemaligen leitenden Mitarbeiter des Google-Konzerns: „Alle Daten sind Kreditdaten – wir wissen nur noch nicht, wie wir sie einsetzen können.“ Doch schon heute seien Daten „bares Geld“, fügte Körber hinzu.

Um möglichst viel über die Nutzer zu erfahren, setzten Seitenbetreiber nicht nur auf Cookies, Tracker oder die Datenspur der Browser, mit deren Hilfe man beim Surfen total identifizierbar werde. „Es gibt sogar Programme, die aus der Tastenanschlagsdynamik beim Tippen Emotionen erkennen können“, erläuterte Körber. Je nachdem, ob der Internetnutzer gerade nervös, traurig oder entspannt sei, erscheine dann entsprechende Werbung. Man könnte zwar meinen, dass speziell auf einen selbst zugeschnittene Werbung nicht schlimm sei, so die Expertin. Dann aber bekomme man nicht wirklich das ganze Internet, die Informationen würden „vorgekaut“ – „und ich will frei entscheiden können, was ich mir ansehe.“

Für die Einkaufstour im Internet riet die Verbraucherschützerin, auf Firmenadresse, Gütesiegel und Allgemeine Geschäftsbedingungen zu achten und nur die unbedingt notwendigen Daten, also Name, Mail- und Postadresse, anzugeben. Wirklich sichere Passwörter sollten mindestens 30 Zeichen umfassen, Merksätze dafür seien eine gute Sache. Wenn ein Internetshop nur Vorkasse erlaube, könne es sich um Abzocke handeln.

„Die Sicherheit liegt in unserer Verantwortung – auch wenn es nervig ist, aktiv sein zu müssen“, zog Körber ein Fazit des Abends. „Ich denke, wir werden künftig aufmerksamer sein“, schob der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Rainer Fredermann hinterher.

Von Frank Walter

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