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Vodafone: Anklage wegen 34-fachen Betruges

Burgwedel Vodafone: Anklage wegen 34-fachen Betruges

Seit 2014 hatte die Polizei gegen den Inhaber des Vodafone-Shops in Großburgwedel wegen mutmaßlicher Betrügereien ermittelt. Sechs Monate, nachdem das Unternehmen dem unter Betrugsverdacht stehenden Y. den Händlervertrag außerordentlich kündigte und das Geschäft geschlossen wurde, hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben.

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Nachdem die mutmaßliche Betrügereien im Vodafone-Shop in Großburgwedel ans Licht gekommen waren, wurde der Laden vor einem halben Jahr geschlossen. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft in 34 Fällen Anklage erhoben.

Quelle: Archiv

Großburgwedel. Beschuldigt wird aber nicht der Inhaber selbst, dem kein hinreichender Tatverdacht nachgewiesen werden konnte, sondern dessen Bruder. Er soll den Handyladen als Mitarbeiter geführt haben. Insgesamt 70 Geschädigte haben Anzeige wegen Betruges im Zeitraum zwischen Januar 2014 und April 2016 erstattet.

Vorgeworfen wird dem Beschuldigten einerseits, andere Konditionen in Verträge eingefüllt zu haben als im Verkaufsgespräch besprochen. Unter anderem ging es dabei um versprochene Rabatte oder andere Vergünstigungen, die dann aber nie gewährt wurden. In anderen Fällen soll der Mann Beratungsgespräche dazu genutzt haben, um an Unterschriften von Kunden zu gelangen, mit deren Hilfe dann weitere Vertragsabschlüsse vorgetäuscht wurden. „Es soll darum gegangen sein, dem Geschäftsinhaber Provisionen zu verschaffen“, erläutert Kathrin Söfker, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Hannover. „Die Kunden sind dann aus allen Wolken gefallen.“ Die Erste Staatsanwältin spricht von sehr umfangreichen und wegen der unterschiedlichen Betrugspraktiken komplizierten Ermittlungen in diesem „Umfangsverfahren“.

Alle Vertragsunterlagen, die zum Teil bei Vodafone angefordert wurden, mussten gesichtet, alle Geschädigten vernommen werden. Von denen hatten sich viele erst nach den HAZ-Berichten über geprellte Kunden des Handyladens an die Polizei gewandt. Bei einem Teil der zur Anzeige gebrachten Fälle konnte Söfker zufolge eine Straftat nicht sicher nachgewiesen werden. Deren Teileinstellung werde bei einer Verurteilung jedoch nicht beträchtlich ins Gewicht fallen angesichts von 34 Betrugsdelikten, für die die Staatsanwaltschaft die Beweislage für stichhaltig hält. Verhandelt wird die Anklage vor dem Schöffengericht des Amtsgerichts Burgwedel. Der Strafrahmen bei Betrug reicht von einer Geldstrafe bis zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren.

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