Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -8 ° wolkig

Navigation:
Vodafone kündigt umstrittenem Vertragshändler

Burgwedel Vodafone kündigt umstrittenem Vertragshändler

Das Mobilfunk-Unternehmen Vodafone hat am Dienstag seinem unter Betrugsverdacht stehenden Shop-Betreiber im Großburgwedeler Mitteldorf zum Monatsende außerordentlich gekündigt. Seit Wochenbeginn gingen bei der Polizei zwei weitere Anzeigen gegen den Handy-Händler ein.

Voriger Artikel
Sparen lässt sich nicht nur im Schwein
Nächster Artikel
Betriebe wollen auf Schulen zugehen

Zum Monatsende hat Vodafone seinem Großburgwedeler Vertragshändler gekündigt.

Quelle: Martin Lauber

Großburgwedel. „Wir haben einen juristischen Weg gefunden, um den Vertrag kündigen zu können. Am 31. Oktober müssen die jetzigen Betreiber das Geschäft räumen. Wir machen in Großburgwedel einen kompletten Neuanfang mit einem neuen Partner“, verkündete Vodafone-Pressesprecher Volker Petendorf am Dienstagmittag.

Das Mobilfunk-Unternehmen hatte zwar in zwei Fällen selbst Strafanzeige erstattet und auch eine Abmahnung gegen seinen unter 60-fachem Betrugsverdacht stehenden Vertragspartner ausgesprochen. Aber bisher wurde abgewartet auf ein Urteil – dem Vernehmen nach in der Hoffnung, so ohne hohe Abfindungszahlung den Vertrag einseitig kündigen zu können. Petendorf stellt das anders dar: Für jede einzelne Kundenbeschwerde habe Y. eine Erklärung gehabt, warum es sich in Wahrheit anders verhalte. Zudem seien „93 bis 94 Prozent“ der im Großburgwedeler Vodafone-Shop getätigten Abschlüsse sauber gewesen, so Petendorf.

Auf haz.de, aber auch in Burgwedels lokalen Facebook-Netzwerken wurde am Dienstag der Bericht über die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hannover gegen den Handy-Händler vielfach kommentiert. Negative Erfahrungsberichte gab es auch am Redaktionstelefon. In der Kritik stand dabei nicht allein Shop-Betreiber Y. Außer Vodafone musste sich auch die Staatsanwaltschaft im Internet die Frage gefallen lassen, warum man Y. so lange habe gewähren lassen.

Die Staatsanwaltschaft Hannover beschäftigt sich mit der Angelegenheit bereits seit 2014. „Wir führen strafrechtliche Ermittlungen, und das sehr gründlich“, erklärte Sprecherin Kathrin Söfker am Dienstag. In jedem Einzelfall müssten Unterlagen eingesehen, Zeugen vernommen und dem Beschuldigten rechtliches Gehör gewährt werden. Schon 2015 habe es eine Durchsuchung bei Y. gegeben, um Beweise zu sichern.

Mehrfach pendelten die Ermittlungsakten zwischen dem Kommissariat (PK) Großburgwedel und Hannover hin und her, weil weitere Anzeigen hinzukamen – wie zuletzt am Montag und Dienstag dieser Woche, wie Polizeisprecher Ralf-Emil Bahn bestätigte. „Zu Jahresbeginn waren es noch 28 Fälle, jetzt sind es 60“, erklärte Söfker. Mittlerweile kümmere sich bei der Staatsanwaltschaft ein Spezialdezernat um die sehr zeitaufwendigen Ermittlungen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Burgwedel
Wie zahlreiche Kunden hat auch die Vodafone-Zentrale selbst Anzeige erstattet gegen den Vertragshändler im Großburgwedeler Mitteldorf.

Seit 2014 ermittelt die Polizei gegen den Inhaber des Vodafone-Shops im Großburgwedeler Mitteldorf wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Betruges. Laut Staatsanwaltschaft Hannover geht es aktuell um 60 Fälle, rund zehn Anzeigen liegen noch bei der Polizei. In den sozialen Netzwerken haben Geschädigte wiederholt vor unseriösen Geschäftspraktiken gewarnt.

mehr
Mehr aus Nachrichten
doc6smrsrj94lkigslierm
Weihnachtsmarkt-Fans kommen auf ihre Kosten

Fotostrecke Burgwedel: Weihnachtsmarkt-Fans kommen auf ihre Kosten