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Gewerbegebiet: Verkehrsachse neu über Nacht

Burgwedel Gewerbegebiet: Verkehrsachse neu über Nacht

Während Großburgwedel schläft, erneuern rund 30 Straßenarbeiter in der Nacht zum Sonntag die 800 Meter lange Verkehrsachse quer durchs Gewerbegebiet, die am Montag wieder befahrbar ist. Viele Autofahrer haben am Sonntag die Absperrbaken missachtet und kurvten über den noch nicht ausgehärteten Asphalt.

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Es gibt keine Zeit zu verlieren: Während an der Einmündung der Raiffeisenstraße der letzte Straßenstutzen geteert wird, wird frischer Asphalt nachgeladen.

Quelle: Martin Lauber

Großburgwedel. Nachtbaustellen, für die Wochenend- und Nachtzuschläge fällig werden, sind meist allenfalls Bundesautobahnen vorbehalten. Kommunen leisten sich fürs Tempo einen solchen Luxus eher selten, selbst die schuldenfreie Stadt Burgwedel sonst nicht.

Aber am zweiten Juli-Wochenende kommt es genau darauf an - auf Schnelligkeit. Die 27 Firmen, die nur über Berkhop-, Schulze-Delitzsch- und  Raiffeisenstraße zu erreichen und zu beliefern sind, sollen zu Schichtbeginn am Montagmorgen wieder am Verkehrsnetz hängen, Mitarbeiter und Lieferverkehr auf der neuen Teerdecke fahren können, ohne dass sie Spurrillen abbekommt. 24 Stunden Aushärten sind dafür notwendig.

Um das zu schaffen, ackern die Leute der Firma Kemna zwei Nächte in Folge unter Flutlicht. Und sie sind von Anfang an im Zeitplan. Die Fräse hobelt ab Freitagabend um 22 Uhr mit ihren mit Kunstdiamanten belegten Werkzeugen vier Zentimeter vom verschlissenen Straßenband ab. Es erweist sich, dass der alte immer noch 12 bis 16 Zentimeter dicke Teerpanzer darunter höchst solide ist. Aber auch, dass man bei der letzten (wohl bereits dritten) Sanierung diverse alte Schächte einfach überteert hatte. Das verursacht Mehrarbeit. Trotzdem kann die Fräse bereits am Sonnabendnachmittag in einer Nebenstraße abgestellt werden, um Platz zu machen für die Maschinen, die Alt durch Neu ersetzen. 

Gleich zwei Asphaltierer nehmen gleichzeitig die Arbeit auf, teeren zuerst die Stutzen von fünf Seitenstraßen, damit es anschließend ohne Rangieren am Stück voran gehen kann.  Für den Nachschub sorgen sieben Fünfachser. Sie karren in doppelwandigen Kippern - von den Fahrern "Thermoskannen" genannt - insgesamt 650 Tonnen Asphalt im Pendelverkehr vom Mischwerk in Anderten nach Großburgwedel. Während sie 174 Grad heißem frischen Bitumen in die Asphaltierungsmaschinen nachfüllen, halten diese keineswegs an. Sie müssen in Bewegung bleiben. Damit alles synchron läuft, schieben die Asphaltierer die Laster, während die dampfende Fracht in sie hinein rutscht, langsam vor sich her.

Alexej Wyshimok verlässt die Baustelle in der Nacht zum Sonntag erst um 3.30 Uhr. Der Straßenbauingenieur der Stadt Burgwedel hatte ein Umleitungskonzept ausgetüftelt, das sicherstellt, dass jedermann, der im Gewerbegebiet wohnt, auch während der "heißen" Teerphase hinein- und hinauskommt. Die Beschilderung scheint narrensicher - Biotech und Ikea haben ihr Firmengelände für Überfahrten der Anlieger zur Verfügung gestellt.  Sonst wäre die 250.000 Euro teure Straßenerneuerung in einem Rutsch an einem einzigen Wochenende gar nicht möglich gewesen.

Als der Mann aus der Bauverwaltung Feierabend macht, sieht alles danach aus, als ob die aufwendige Vorbereitung und Logistik sich gelohnt haben. Tatsächlich können kurz vor sechs Uhr auch die Kemna-Leute nach einer Doppelschicht heimfahren, um fürs EM-Finale vorzuschlafen.

Womit Wyshimok allerdings nicht gerechnet hatte und was ihn einigermaßen "depremierte": Binnen zwei Vormittagsstunden zählt er innerhalb des gesperrten Bereichs gut 70 Autos, deren Fahrer die für Rettungsfahrzeuge offen gelassene Lücke neben Verbotsschildern und Baken ignoriert haben. Diese drei Antworten seien die häufigsten, berichtet er: "Das hat der Navi angezeigt", "Ich fahre schon immer hierher" und "Du Arschloch".

Regulär werden die Straßensperren am Montagmorgen um 6 Uhr abgebaut. Dann soll durch die Lebensader des Gewerbegebietes, die zugleich eine wichtige Verbindung Richtung Wedemark und Fuhrberg darstellt, wieder der Verkehr pulsieren.

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