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Zweimal drei Stunden pro Woche den Kunden treu

Burgwedel Zweimal drei Stunden pro Woche den Kunden treu

Das Geschäft ist in Großburgwedel eine Institution: Seit 52 Jahren existiert "Elektro Eden", seit mehr als vier Dekaden gehört der Laden der Familie zum Stadtbild. Seit Ende Februar ist das Geschäft nur noch stundenweise geöffnet - mehr lohnt sich nicht mehr.

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In Burgwedel immer noch eine Institution: Bernd Eden ist seit 2001 Inhaber der Elektrofirma. Das Ladenlokal, früher täglich geöffnet, kennen die Bürger seit 1972. Heute hat es nur noch sechs Stunden pro Woche geöffnet. Mehr lohnt sich nicht mehr.

Quelle: Zottl

Großburgwedel. Das Schwarzweißfoto des Geschäfts aus den frühen siebziger Jahren illustriert  anschaulich die große Auswahl von früher: Die fast Gebäude-breiten Schaufenster waren voll mit Hänge- und Stehlampen, zahlreiche Packungen mit Kleinelektronik füllten die Auslagen - ein kleines Elektro-Einkaufsparadies an der Hannoverschen Straße. "Wir hatten fast alles - vom Mixer über den Toaster zur Kaffeemaschine und dem Staubsauger war alles dabei", erinnert sich Bernd Eden, Sohn des Firmengründers Werner Eden, und seit 2001 Inhaber des Betriebs. Täglich kamen Menschen, kauften oder brachten defekte Elektronik zur Reparatur.

Die Kundschaft ist in den letzten Jahren immer weniger geworden, sagt Eden. Die Elektronikketten taten ihren Teil dazu. Aber besonders, sagt er, sei es der Onlinehandel, der es den kleinen Inhaber-geführten Einzelhändlern so schwer macht. Heute nennt er sein Ladengeschäft darum "Ausstellungsraum" und "Kundenservicebüro" - und die Öffnungszeiten hat der 50-Jährige zu Jahresbeginn deutlich reduziert: Nur noch zwei Mal pro Woche, jeweils montags und donnerstags von 15 bis 18 Uhr, können sich Kunden hier mit Leuchtstoffröhren und anderen Leuchtmitteln, mit Batterien und Staubsaugerbeuteln eindecken.

Ein paar Decken- und Stehleuchten sind noch vorrätig, Austauschbürsten für die Elektrozahnbürste, Taschenlampen, eine Kaffeemaschine, eine Warmluftbürste, ein Toaster, ein wenig Beleuchtung für den Garten und eine Wand voller Lichtschalter als Ausstellungsstücke. Das reicht - denn "inzwischen ist der angeschlossene Handwerksbetrieb für uns das Kerngeschäft", sagt Eden.

Die Entscheidung gegen tägliche Öffnungszeiten fiel Eden nicht leicht - war aber unvermeidbar. Denn seine Schwester, die bisher den Laden betreut hatte, ist nach Süddeutschland gezogen. Einen Mitarbeiter für den Laden einzustellen, lohne sich aber nicht, erklärt Eden. Die jetzigen Öffnungszeiten entsprechen denen, in denen er sowieso im Büro im rückwärtigen Teil des Hauses sitzt.

Einige Burgwedeler - alle Altersgruppen sind vertreten - danken es ihm, bleiben ihm treu. "Wir sind froh, dass Sie überhaupt noch da sind", sagen sie ihm. Dennoch: "Wäre das Haus nicht Familieneigentum, ginge es nicht." Eine Vermietung kommt für Eden aber auch nicht infrage - denn dann, weiß er, müsste auch das große Firmenschild oberhalb der Schaufenster runter. "Und das wäre nicht förderlich für unser Unternehmen, dann sind wir schnell raus aus den Köpfen", sagt er. 

Mit Sorge beobachtet Eden schon seit Längerem die schwindende Geschäftevielfalt in der Stadt. "Mit Luvi 2014 ging es los. Und es wird immer schlimmer, nicht nur in der Von-Alten-Straße."

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