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Warntöne stören den Schlaf

Burgwedel Warntöne stören den Schlaf

"Unverhältnismäßig“ sei der Lärm, gar "gesundheitsschädigend“, beschwerte sich ein Großburgwedeler in der Redaktion, dessen Familie seit Tagen nicht mehr richtig schlafen könne. "Und 10 000 Burgwedeler sind betroffen“ – nicht nur, denn der Lärm wird kilometerweit auch in Teile der Isernhagener Altdörfer getragen.

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Nähert sich ein Zug, wird die so genannte Rottenwarnanlage ausgelöst - und das Warnsignal ertönt.

Quelle: Martin Lauber

Burgwedel. Großburgwedels Ortsbürgermeister Rolf Fortmüller sind mehrere Klagen zu Ohr gekommen, was ihn nicht wundert: "Es hallt durch den ganzen Ort“. Sein Kleinburgwedeler Amtskollege Jürgen Schodder hört ebenfalls viel Unmut im Dorf über die ständigen schrillen, markanten Warntöne, die manchmal im Minutentakt erklingen: "Die Leute schrecken aus dem Schlaf hoch“. Mancher wendet sich auch ans Rathaus: Bei allem Verständnis für die Notwendigkeit – "es stört, es nervt, aber wir haben als Stadt leider keinen Einfluss darauf“, sagte Bürgermeister Axel Düker gestern.

Stein des Anstoßes ist der Lärm der so genannten Rottenwarnanlage an der Bahnlinie Hannover-Celle. Arbeiter erneuern dort seit Tagen auf dem elf Kilometer langen Abschnitt zwischen Wettmar und Isernhagen H.B. rund um die Uhr die Bahnschwellen – und eine Batterie aus Signalhörnern warnt die Arbeiter vor herannahenden Zügen. "Sie sind für die Arbeiter am Gleis lebensnotwendig“, betonte Bahn-Sprecherin Sabine Brunkhorst. Und es gebe strenge gesetzliche und berufsgenossenschaftliche Vorgaben, an die sich die Bahn zu halten habe.

Vorwürfe, dass diese Art von Warntechnik veraltet sei und es doch längst etwas Moderneres geben müsse, wies sie zurück: "Die Sicherungstechnik ist keineswegs veraltet. Die eingesetzten Rottenwarnanlagen entsprechen dem heutigen Stand der Technik.“ Die Warnsignale müssten für die Arbeiter während des Einsatzes der Maschinen jederzeit zu hören sein. Eine Headset- oder Vibrationstechnik beispielsweise berge Risiken und sei nicht erlaubt. "Wir wissen um die enorme Belastung der Anlieger, können den Ärger nachvollziehen – aber anders geht es leider nicht“, sagte Brunkhorst.

Immerhin liegen die Arbeiten im Zeitplan, so dass ein Ende des Lärms in Sicht ist: An Pfingsten werde durchgearbeitet, im Laufe des Mittwoch, 25. Mai, die Rottenwarnanlage dann abgeschaltet, kündigte die Bahn-Sprecherin an. Die Nacharbeiten dauerten noch bis Dienstag, 31. Mai, dabei würden auch die Signalhörner abgebaut. "Gewarnt wird dann nur noch mit der Hand-Tröte.“
Bis dahin bleibt wohl nur, es wie eine Wettmarerin zu halten: Sie denke sich einfach, "ich bin am Meer, und das sind Schiffe.“

Von Frank Walter

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