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Letzte Frist für IGK, dann droht die Auflösung

Burgwedel Letzte Frist für IGK, dann droht die Auflösung

Es geht um viel: Sollte die Interessengemeinschaft Großburgwedeler Kaufleute bis zum Juni keine Kandidaten für einen neuen Vorstand finden, droht dem Verein, der alle großen Open-Air- Veranstaltungen bewerkstelligt, nach fast 40 Jahren das Aus.

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Gregor Schneider (von links) wartet als Wahlleiter vergebens auf Vorschläge für die Nachfolge von IGK-Vize Carsten Knisch und für den Vorsitzenden Karlheinz Schridde.

Quelle: Martin Lauber

Großburgwedel. Stadtfest, Jazz im Park, Weihnachtsmarkt und Weihnachtsbeleuchtung in Großburgwedel – das alles steht auf der Kippe: Der IGK-Vorstand hat seine Ankündigung wahrgemacht und geschlossen seinen Rücktritt erklärt. Weil sich bei der Mitgliederversammlung am Mittwochabend im Restaurant am Springhorstsee aber für keine der vakanten Führungspositionen ein Nachfolgekandidat fand, ist die Interessengemeinschaft Großburgwedeler Kaufleute nun akut angezählt.

Soll die Auflösung des Vereins, der seit Jahrzehnten alle Großveranstaltungen in der Stadt organisiert, vermieden werden, dann bleibt nur noch eine für Juni anberaumte außerordentliche Sitzung, um einen neuen Vorstand zu wählen und so auch noch für 2017 wenigstens das Stadtfest und den Weihnachtsmarkt zu retten.

„Schade, aber das war ja zu erwarten“, so quittierte der scheidende Langzeit-Vorsitzende Karlheinz Schridde lakonisch das drohende Aus für die IGK nach fast 40 Jahren. Mit Rücktrittsultimaten hatte der selbstständige Werbefachmann schon früher versucht, neues Führungspersonal aus der Reserve zu locken – ohne Erfolg.

Selbst der richtungsweisende Beschluss vom letzten September, Schridde für seine bis dahin ehrenamtlichen Dienstleistungen als Cheforganisator zu bezahlen, um einen neuen Vorstand von dieser zeitaufwendigen Arbeit zu entlasten, bescherte der IGK nicht die erhoffte neue Mannschaft.

„Wieviel Brücken müssen wir denn noch bauen?“, fragte Beiratsmitglied Thorsten Schirmer. Für ihn sei es keine Option, die Werbegemeinschaft preiszugeben. „Denn dann passiert fast nichts mehr in Großburgwedel“, warnte er. „Wir fallen in ein Loch“, pflichtete ihm Noch-IGK-Vize Carsten Knisch bei. Offenbar sei es noch nicht bei allen Einzelhändlern angekommen, was notwendig ist, „um den Ort am Laufen zu halten“, diagnostizierte die bisherige IGK-Kassenwartin Sylvia Krüger, selbst Inhaberin einer Parfümerie. Die Interessengemeinschaft biete Firmen und Kaufleuten eine gute Plattform, Präsenz zu zeigen, erklärte Gabi Moss. Wer sie nutze, werde auch einen Mehrwert erzielen.

Die konzertierte Gardinenpredigt am Rande des Abgrundes verfehlte ihre Wirkung nicht – die Stimmung hellte sich am Ende der Versammlung deutlich auf. Schirmers Vorschlag zu ermitteln, was es für die Mitgliedsbeiträge bedeutet, konsequent alle Organisationsaufgaben an Dritte zu vergeben, stieß auf allgemeine Zustimmung. Mit Schridde stehe ein Mann zur Verfügung, der die IGK-Events organisieren könne und wolle. Für einen künftigen Vorstand bleibe dann gar nicht mehr soviel Arbeit übrig. Wie weitere nicht mehr angetretene Vorstandmitglieder erklärte Schirmer sich bereit, eine neue Mannschaft nach Kräften zu unterstützen.

Carsten Knisch entließ die IGK’ler mit dieser Bitte: „Jeder hat den Ernst der Lage erkannt. Reden Sie mit Freunden und Bekannten. Wir haben noch drei Monate Zeit, jemanden zu finden.“

Der Kommentar: Letzte Chance

Mag sich das einer überhaupt vorstellen? Einen Sommer ohne coolen Jazz und Picknick unter Sternen? Ein September in Großburgwedel ganz ohne Budenzauber und Livemusik beim Stadtfest? Advent ohne Glühwein und Kasperletheater auf dem Weihnachtsmarkt? Die IGK-Highlights sind keine austauschbaren Events von der Stange. Sie setzen Glanzlichter, locken Fremde an –
und sind Identitätsstifter für die Einwohner selbst. So etwas gibt man nicht auf. Punkt!

Für die Mitglieder der vom Aus bedrohten IGK war die Erkenntnis plötzlich zum Greifen, dass auch ihr wirtschaftliches Wohl und Wehe vom Image einer möglichst lebendigen Stadt abhängt. Deshalb sind Hoffnungen noch berechtigt, dass die letzte Chance, die Interessengemeinschaft zu retten, nicht vertan wird. Freiwillige vor: In den moderneren neuen Strukturen könnten sich Kreative und Netzwerker hervortun, ohne sich gleich mit Haut und Haaren der IGK verschreiben zu müssen. Und die Stadt muss jede mögliche Unterstützung signalisieren – auch für sie geht es um viel.

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Von Redakteur Martin Lauber