Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Wenn Kindeswohl gefährdet ist

Großburgwedel Wenn Kindeswohl gefährdet ist

Einige kommen traumatisiert, verwahrlost, abgemagert: Die Zahl der von Jugendämtern in Obhut genommenen Jungen und Mädchen steigt. Die Aufnahmegruppe der Pestalozzi-Stiftung für diese Kinder verfügt dank Spenden jetzt über einen eigenen Spielplatz.

Voriger Artikel
Viele ignorieren das Passierverbot
Nächster Artikel
Drogendealer erhalten Strafrabatt

Einige Spender kommen zur Freigabe des Spielplatzes.

Quelle: Martin Lauber

Burgwedel. Vor zwei Jahren hat die Stiftung die Gruppe eingerichtet, die immer aufnahmebereit sein muss: Von jetzt auf gleich weisen Jugendämter, wenn das Kindeswohl gefährdet erscheint, Jungen und Mädchen aus schwierigen, bisweilen desolaten Familienverhältnissen zu. Rund um die Uhr steht Personal bereit - für die schwierige Aufgabe, Vertrauen zu gewinnen, wo das Gefühl von Sicherheit schon einmal zerstört worden ist. Zurzeit sind es drei Geschwister zwischen zwei und sieben Jahren, um die sich die Fachkräfte der Stiftung 24 Stunden am Tag kümmern. Manchmal reichen die sieben vorhandenen Plätze aber auch nicht aus.

Bis eine dauerhafte Betreuungslösung für die Kinder gefunden ist, vergehen durchschnittlich gut drei Monate. Nach und nach habe sich herauskristallisiert, so Stiftungsvorstand Claus Fitschen, dass zunehmend auch Kinder im Krippen- und Kindergartenalter betreut werden müssen. Besuche mit diesen auf dem Spielplatz des Pestalozzi-Kindergartens auf der gegenüberliegenden Straßenseite seien keine Dauerlösung gewesen - dort blieben sie Fremde. „Wir haben gemerkt, da fehlt es etwas für die spielerische Kontaktaufnahme untereinander“, so der Stiftungsvorstand.

So entstand die Idee zu einem Spendenaufruf, um direkt am Gebäude der Jugendhilfe ein Wiesengelände einzäunen und mit Rutsche, Sandkasten und einer großen Spielkombination möblieren zu können. Rund 25.000 Euro hat die Stiftung dafür ausgegeben - und rein zufällig sind es auch 25 Sponsoren, bei denen Fitschen sich am Donnerstagnachmittag im Namen der Kinder für ihre Spende bedankte.

Wer wollte, konnte sich in der Kreativwerkstatt in Zement verewigen - gerahmt in Holzkästen aus der Pestalozzi-Werkstatt für Menschen mit Behinderung sollen die Spender-Handabdrücke am Spielplatz aufgehängt werden.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten