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Region lässt Moor entkusseln

Wettmar Region lässt Moor entkusseln

Westlich von Wettmar und nördlich von Kleinburgwedel macht sich der Bahndamm schützend vor dem Trunnenmoor breit. In dem Naturschutz- und Fauna-Flora-Habitat-Gebiet nördlich der Gleise nisten Kraniche und gedeihen geschützte Pflanzenarten wie Lungen-Enzian und Torfmoosknabenkraut. 

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Sigrid Fedler (links) von der Region und Elisabeth Warnecke, die den Auftrag ausführen wird, bei der Begehung im Trunnenmoor.

Quelle: Martin Lauber

Burgwedel. Die wenigen Wege zu verlassen, ist strengstens verboten. Trotzdem werden in den kommenden Wochen die Benzinmotoren von Freischneidern Unruhe in das Gebiet tragen - und das auch noch veranlasst von der Naturschutzbehörde. Denn ganz ohne Eingriffe würde sich die Flora des Trunnenmoores nicht erhalten.

Sigrid Fedler vom Fachbereich Umwelt der Region Hannover spricht von einer fälligen Entkusselung, um den Lebensraum zu erhalten, der sich durch Übergangs- und Schwingrasenmoore sowie feuchte Heiden mit Glockenheide auszeichnet. In einstigen Torfstichen steht rundblättriger Sonnentau, in kalkreichen Sumpfbereichen die Binsenschneide - ebenfalls eine Rarität. Das ganze per FFH-Richtlinie geschützte Ökosystem ist auf Bodenfeuchte angewiesen, die ihm Birken, Kiefern, Weiden und Erlen zu entziehen drohen.

Deshalb steht für drei feuchte Lichtungen im Trunnenmoor-Gebiet nach zehn Jahren wieder die Beseitigung junger Gehölze an. Die insgesamt 1,6 Hektar großen Bereiche - überwiegend im Privatbesitz - haben Fedler und Kollegen mithilfe von GPS-Daten jetzt exakt abgepflockt. Mit dem Freischneiden hat die Region eine Burgwedeler Landschaftspflege-Firma beauftragt. Parallel lässt auch das Forstamt Fuhrberg einzelne Waldstücke in dem Naturschutzgebiet von einer anderen Fachfirma durchforsten. Dafür fließen insgesamt 10 000 Euro aus Landes- und EU-Töpfen.

Auch wenn jetzt Profis in Sachen Naturschutz anrücken: Um seine eigenen Teichflächen im Trunnenmoor kümmert sich der Nabu Burgwedel-Isernhagen weiterhin selbst. Dasselbe gilt für die Ehrenamtlichen vom „Arbeitskreis heimische Orchideen“, die den Lebensraum des Torfmoosknabenkrauts wie den sprichwörtlichen Augapfel hüten. Die anstehenden Pflegearbeiten sind für die Zeit zwischen Mitte September und Mitte Oktober geplant. Danach, sagt Sigrid Fedler, werde es im Moor einfach zu nass.

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