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Wiedersehen 50 Jahre nach der Zuckertüte

Burgwedel Wiedersehen 50 Jahre nach der Zuckertüte

Bauingenieur Heinz-Helmut Lühring aus Halberstadt hat alles ins Rollen gebracht: "Weißt Du eigentlich, was vor 50 Jahren war?", fragte er seinen früheren Klassenkameraden Willi Meyne. Anno 1967 waren beide in die Fuhrberger Grundschule eingeschult worden. Was gefeiert werden sollte.

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Klassentreffen nach einem halben Jahrhundert: Gabi Rackwitz (unten, von links), Annette Hahne, Doris Gerhardt, Caren Holstein-Lemke, Anke Lammers, Margitta Wedemeyer-Haase, Andreas Zöllner. Obere Reihe von links: Heinz Schönrock, Frank Wallentin, Heinz-Helmut Lühring, Rüdiger von Palubitzki, Christian Janssen und Willi Meyne. 

Quelle: PATRICIA CHADDE

Fuhrberg. Die beiden Männer machten sich im Januar auf die Suche nach ehemaligen Klassenkameraden. Als Caren Holstein-Lemke unerwartet Willi Meyne am Telefon hatte, war sie von der Idee des Wiedersehens begeistert. Die Leiterin des Mellendorfer Kindergartens lebt wie Margitta Wedemeyer-Haase in Großburgwedel, hatte also am Sonnabend keinen weiten Weg zur Fuhrberger Grundschule. "Wir waren 28 Kinder", berichtete Lühring beim Wiedersehen, zwei ehemalige Mitschüler seien leider schon verstorben.

Nicht jeder erkannte jeden auf Anhieb wieder. Aber Gruppenfotos und Aufnahmen von Fasching und Theateraufführungen halfen der Erinnerung auf die Sprünge. Ein Ausflug ins Museumsdorf ist in Erinnerung geblieben. Jan Dassaus Sachunterricht fanden die Kinder eindrucksvoll. "Wir sind auch in den Wald gegangen, um Pilze zu sammeln", erinnert sich  Holstein-Lemke. Was sie aber enttäuschte: "Wir mussten alle Speisepilze abgeben und durften nur die Fliegenpilze behalten."

Glückliche Kindheit? Nach den Hausaufgaben ging es raus zum Treffpunkt am Himmelreichsgraben. "Die Erwachsenen haben einen eigentlich in Ruhe gelassen", sinniert Holstein-Lemke.  Meynes Eltern fragten manchmal, wenn Hilfe gebraucht wurde: "Willst Du Trecker fahren oder hast Du Hausaufgaben auf?" Der Landwirt in spe entschied sich gerne für die Mithilfe auf dem Feld. Ein Fahrrad war ein Muss. Wer Schlittschuhe hatte, strebte im Winter zum Eislaufen an den Würmsee - vorausgesetzt, der Handarbeitsunterricht war schon zu Ende. Denn einmal pro Woche mussten die Mädchen nachmittags zurück in die Schule, um bei der Lehrersgattin Nadelkissen zu sticken und Topflappen zu häkeln. Die Jungen schauten durchs Fenster und feixten.

"Das sieht hier noch genauso aus wie damals", staunte Willi Meyne. Hinter der Holztür mit dem Asienmotiv war der Raum der zweiten Klasse - der habe sich nicht verändert. "Nur die Möbel wurden getauscht", stellt Annette Hahne fest. Sie erinnert sich: In ihrer Grundschulzeit wurde viel gesungen. Lehrer Arthur Wegner begleitete sie auf der Geige zu plattdeutschen Lieder und war für auch für Mathematik zuständig. Bei der Einschulungsfeier der nachfolgenden Kinder spielte der Jahrgang 1967 das Stück von den drei kleinen Schweinchen. "Andreas Zöllner saß als Wolf in der Tonne und ich habe ihm immer vorgesagt", erinnerte sich Caren Holstein-Lemke.

In Nostalgie versanken die Klassenkameraden von einst nicht. "Schule war etwas, wo man duchmusste", so Annette Hahnes persönliches Fazit. Manchmal hätten sie den Geigenstock "über den Kopf gezogen" bekommen und Angst gehabt vor dem cholerischen Lehrer. Andererseits konnten sie sich in der ländlichen Umgebung austoben und genossen große Freiheiten.

Bevor der Jahrgang 1967 nach dem Rundgang ins Restaurant Klütz umzog, hieß es Aufstellen auf dem Schulhof - für ein neues "Klassenfoto".

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Fotostrecke Burgwedel: Wiedersehen 50 Jahre nach der Zuckertüte

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Von PATRICIA CHADDE

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