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Wo Köstlichkeiten Nationalitäten verbinden

Burgwedel Wo Köstlichkeiten Nationalitäten verbinden

Nicht alle Spezialitäten waren süß beim Zuckerfest im Großburgwedeler Amtspark. Familien von Flüchtlingen luden dazu in Zusammenarbeit mit ehrenamtlichen Helfern und dem Projekt "Gemeinsam wachsen" ein.

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Der kleine Anan lässt es sich beim Zuckerfest im Amtspark schmecken.

Quelle: Martin Lauber

Großburgwedel.. Abgesagt wurde nicht, aber trotz des fröhlichen Anlasses – dem Ende der muslimischen Fastenzeit Ramadan – musste Großburgwedels drittes Zuckerfest am Mittwochnachmittag im Amtspark ohne Musik auskommen.

Warum? In al-Hassaka im Norden Syriens, wo viele der hier lebenden Flüchtlinge und Zuckerfest-Gastgeber herstammen, sind am Montag bei einem Bombenanschlag des IS 16 Menschen, darunter drei Kinder, ums Leben gekommen. Menschen, die beim Bäcker anstanden, um süßes Brot zu kaufen für das Ende des Ramadan. Gleichwohl: Als Möglichkeit der Begegnung und der Integration sei das Zuckerfest in und für Burgwedel wichtig. "Hier sind wir frei, hier können alle ihre Religion ausleben, hier werden Andersgläubige akzeptiert", sagte Initiatorin Raida Mohammed in ihrer Begrüßung – wie zum Trotz gegen Terror und religiöse Intoleranz. Integration, die ging im sturm-durchwehten Amtspark vor allem durch den Magen. Auf Bierzeltbänken waren die Köstlichkeiten aufgereiht: Taboule, Hummus, fritierte Kichererbsenbällchen, pakistanischer Milchreis und vor allem – passend zum Anlass – viel Süßes: Alles durfte kostenlos gekostet werden.

Rezepte wurden erfragt und erklärt – und weil man schon mal im Gespräch war, wurde auch erläutert, was das denn eigentlich sei, das Zuckerfest. "Wenn man Geld gibt für arme Leute, damit die sich Kleidung und Essen kaufen können und sich nicht wie Arme fühlen müssen", erklärte eine syrische Besucherin.

Manche der Gäste hatten aus der Zeitung von dem Fest erfahren – wie Ilse und Manfred Morawe, die aus Neugier gekommen waren und in der stillen Hoffnung, syrische Bekannte wiederzusehen. Viele gehörten zu festen Helfernetzwerken. Julietta Beine vom Regionsprojekt "Gemeinsam wachsen" hat das Zuckerfest unterstützt. Mit dem Status quo in Burgwedel ist sie ganz zufrieden: "Wir haben gute Strukturen, die Patenschaften sind Selbstläufer und es gibt viele Begegnungen."

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