Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Geffers unterliegt in Lüneburg

Burgwedel Geffers unterliegt in Lüneburg

Burgwedels Ex-Amtsrichter Wolfgang Geffers darf weiter nicht als Anwalt vor seinem ehemaligen Gericht auftreten. Das Oberverwaltungsgericht hat seine Beschwerde gegen ein Verwaltungsgerichtsurteil zurückgewiesen.

Voriger Artikel
Swing Orchester begeistert Jung und Alt
Nächster Artikel
Sänger ehren verstorbenen Freund

Sein altes Gericht bleibt tabu: Ex-Richter Wolfgang Geffers.

Quelle: Bahl (Archiv)

Burgwedel. Die Akte Geffers wird immer dicker, doch ein Ende ist (noch) nicht in Sicht: Man habe das Urteil aus Lüneburg zur Kenntnis genommen, werde es prüfen und dann in aller Ruhe entscheiden, ob und wie es weitergehe, äußerte sich Geffers auf Nachfrage. "Wir haben da keine Eile.“

Wenn Geffers im Plural spricht, dann meint er die Großburgwedeler Kanzlei, der er sich angeschlossen hatte, nachdem er sich Ende Mai 2015 nach mehr als 30 Jahren als Strafrichter am Amtsgericht Burgwedel in den Vorruhestand hatte versetzen lassen. Geffers’ erster Auftritt als Strafverteidiger vor seinem "Heimatgericht“ im April 2016 hatte juristische Folgen: Der Landgerichtspräsident untersagt ihm für die Dauer von fünf Jahren ab Ruhestandsbeginn, vor dem Amtsgericht Burgwedel als Rechtsanwalt aufzutreten. Beim Bürger könne der Eindruck entstehen, dass der Ex-Richter alte kollegiale Kontakte nutze. Dies könne das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Integrität der Justiz erschüttern und dienstliche Interessen beeinträchtigen.

Über Geffers Klage gegen die Untersagungsverfügung vor dem Verwaltungsgericht Hannover ist noch nicht entschieden. Die Lüneburger Richter hatten über den vorläufigen Rechtsschutz zu entscheiden, den Geffers beantragt und den das Verwaltungsgericht ihm verweigert hatte. Dagegen hatte Geffers Beschwerde eingelegt – vergeblich: "Die Beschwerde des Antragstellers hat keinen Erfolg“, schreibt das OVG in seinem Urteil und begründet dies seitenweise. Die Feststellung des Verwaltungsgerichts, dass "Überwiegendes dafür spreche, dass die angefochtene Untersagungsverfügung rechtmäßig sei“, habe der Antragsteller nicht zu entkräften vermocht, heißt es dort. Der Senat in Lüneburg teilt die Auffassung der hannoverschen Richter, dass sich die Untersagungsverfügung als rechtmäßig erweisen wird. Verwaltungsgericht-Sprecher Burkhard Lange sieht damit eine "weitgehende Weichenstellung“ auch für das Hauptverfahren – "die wesentlichen Rechtsfragen sind beantwortet“.

Das räumt auch Wolfgang Geffers ein, der sich mit der Entscheidung, ob sein juristischer Weg gegen die Exkollegen damit zu Ende ist, dennoch Zeit lassen will. Vielleicht gebe es ja auch die Möglichkeit einer Mediation. Das Wort "Berufsverbot“, das teilweise in der Öffentlichkeit kolportiert worden sei, sei aber definitiv falsch: Er dürfe in allen anderen deutschen Gerichten als Rechtsanwalt auftreten. Das Büro in Burgwedel zu betreiben sei für ihn ebenso wenig tabu wie Burgwedeler Mandaten anzunehmen.

Von Frank Walter

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten