Großburgwedel. Diese Charakterisierung stammt von der Wochenzeitung Die Zeit, die ihren Lesern in der Ausgabe vom 12. Januar die Stadt so vorstellt: „Altes Fachwerk, auf Hochglanz polierte Geländewagen und statt öffentlicher Schulden ein hübsches kleines Finanzpolster“.
Auch für die Illustrierte stern war über das vergangene Wochenende ein Team in Burgwedel unterwegs. Das Soziogramm von stern-Autor Jan Rosenkranz fällt ähnlich aus wie das oben zitierte seines Zeit-Kollegen Frank Drieschner: „In dieser Gegend, zumal in Großburgwedel, ... sind Prominente so gewöhnlich wie Zuchthengste.“ Das Staatsoberhaupt, „zurzeit Problembär der Nation“, sei eben nur einer unter vielen Promis wie 96-Präsident Martin Kind und die in Bissendorf-Wietze ansässigen Scorpions-Musiker und Heinz-Rudolf Kunze.
Übereinstimmend die Erfahrung mit den „extrem diskreten Menschen“ in Burgwedel (stern): Die Journalisten der Hamburger Blätter haben insbesondere Burgwedeler Christdemokraten nicht zu Äußerungen über Christian Wulff verleiten können.
Der jüngsten Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) verdankt die Stadt, dass ihr Name sogar auf einem fiktiven Filmplakat landete. Auch wenn man im Internet unter Google-Bilder die Stichworte Großburgwedel und Wulff eingibt (19.500 Treffer), springt es ins Auge: „Neu im Kino: Out of Grossburgwedel“. Die FAS hatte drei Filmemacher gefragt, ob der Wulff-Stoff fürs Kino oder Fernsehen taugen könnte. Mit der Stadt selbst als potenzielle Szenerie beschäftigen diese sich allerdings nicht. Ralf Husmann hält schon das Haus, dessen Finanzierung so hohe Wellen schlägt, für ungeeignet: „Der Klinkerbau von Christian Wulff“, urteilt der Autor der Fernsehserien „Stromberg“ und „Dr. Psycho“, „ist gar nichts.“
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