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Zoff um Parkplatz eskaliert

Burgwedel Zoff um Parkplatz eskaliert

Wenn es um Parkplätze geht, verstehen viele Verkehrsteilnehmer keinen Spaß – das gilt auch für einen Lastwagenfahrer und eine Familie aus Altwarmbüchen. Deren Meinungsverschiedenheiten gingen so weit, dass sich nun das Amtsgericht Burgwedel damit befassen musste. Der Vorwurf: Körperverletzung.

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Der Streit um einen Parkplatz eskaliert: Zwei Altwarmbüchener mussten sich vorm Amtsgericht Burgwedel dem Vorwurf der Körperverletzung stellen.

Quelle: Peter Steffen (Symbolfoto)

Altwarmbüchen. Auf der Anklagebank saßen ein 68-jähriger und ein 31-jähriger Altwarmbüchener – Vater und Sohn. Ihnen wurde vorgeworfen, im Sommer 2015 einen 46-jährigen Lastwagenfahrer aus dem sächsischen Döbeln angegriffen und verletzt zu haben. Der Mann soll seinem Sattelzug am 15. Juli an einer Straße auf Höhe einer Firma geparkt und dabei die Zufahrt zu freien Anwohnerstellplätzen blockiert haben. Darüber waren er und das Vater-Sohn-Gespann in Streit inklusive Handgreiflichkeiten geraten. 

Soweit der Teil des Geschehens, über den sich beide Seiten einig waren. Bei der Frage, wer wen beleidigt, angepöbelt und geschlagen hatte, gingen die Darstellungen komplett auseinander. Der Döbelner sagte aus, er habe auf seine Beladung gewartet, als ihn der 68-Jährige beschimpfte, dass er sich in einem Wohngebiet befände und verschwinden solle. Der Sohn habe ihn mit der Faust auf den Kopf geschlagen, der Vater habe ihn ebenfalls attackiert. Er habe sich nicht gewehrt. Ein ärztliches Schreiben attestierte ihm eine Schädelprellung sowie eine Oberarmzerrung. Seine Darstellung wurde von einem zweiten Lkw-Fahrer bestätigt.

Aus Sicht der beiden Angeklagten sowie zweier Töchter des 68-Jährigen war es genau anders herum: Die 38-jährige Tochter und Schwester der Angeklagten sei mit dem Auto vorgefahren und habe den Berufskraftfahrer gebeten, seinen Sattelzug zu versetzen, um parken zu können. Dies habe der Mann in aggressivem Tonfall verweigert. Den sich einmischenden Vater habe er angeschnauzt, dieser habe ihm nichts zu sagen; dass könne dieser da tun, wo er herkomme, aber nicht hier. Dies habe die Familie, die vom Balkan stammt, als fremdenfeindlich empfunden. Der 31-jährige Sohn habe seinem Vater beistehen wollen. Dafür habe ihm der 46-Jährige die Lastwagentür vor die Brust geschlagen und im folgenden Handgemenge dessen T-Shirt mitsamt Halskette zerrissen.

Ironie des Schicksals: Mittlerweile hatte sich die 38-Jährige einen anderen Parkplatz gesucht. Die Eskalation des Streits konnte das aber nicht mehr verhindern, die Polizei musste eingreifen.

Amtsrichter Michael Siebrecht stellte das Verfahren am Ende wegen Geringfügigkeit ein; es stand Aussage gegen Aussage. Eine separate Ermittlung gegen den mehrfach wegen Körperverletzung verurteilten Döbelner war schon vor dem Gerichtstermin getreu dem Motto "im Zweifel für den Angeklagten" eingestellt worden. Diesen Grundsatz gestand Siebrecht nun auch den beiden Altwarmbüchenern zu.

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