Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -3 ° Regenschauer

Navigation:
Baggerfahrer stößt auf Fünf-Zentner-Bombe

Burgwedel Baggerfahrer stößt auf Fünf-Zentner-Bombe

Auf eine nicht-explodierte englische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg ist ein Baggerfahrer beim Ausheben eines Grabens im Gewerbegebiet Kleinburgwedel gestoßen. Glück für ihn, dass der Zünder des mit 130 Kilogramm Sprengstoff gefüllten Blindgängers vermutlich schon während des Weltkrieges entfernt worden war.

Voriger Artikel
Für zwei Tage wird A-7-Anschlussstelle gesperrt
Nächster Artikel
Wärme und Strom aus Holzhackschnitzeln

Sprengmeister Ralf Reisener (rechts) und Assistent Mattias Bogdanovitcz mit der 70 Jahre alten Fünf-Zentner-Bombe.

Quelle: Martin Lauber

Kleinburgwedel. Die Fliegerbombe hätte eine gewaltige Sprengkraft: 10 bis 15 Meter breit und rund acht Meter tief wäre das Loch, das sie bei einer Explosion ins Gelände westlich des Dorfes Kleinburgwedel hätte reißen können ...

Hätte - aber der aus den Niederlanden stammende Christiaan Ingenbleek schaltete richtig, als die Schaufel seines Baggers  in nicht einmal anderthalb Meter Tiefe gegen einen rostroten kegelförmigen Metallgegenstand stieß und diesen verformte. "Der lag da einfach so im Graben", berichtet er. Nur einen vagen Bombenverdacht habe er gehabt, aber vorsichtshalber verständigte er die Stadtverwaltung - und diese die Polizei und den Kampfmittelbeseitigungsdienst. 

"Glück gehabt, dass die Bombe nicht gezündet hat", beglückwünschte ihn Ralf Reisener. Der Sprengmeister des Kampfmittelbeseitigungsdienstes hat so seine Theorie, warum Ingenbleek und sein Bagger verschont blieben. Er vermutet, dass die Bombe direkt nach ihrem Abwurf von einem Sprengkommando der Wehrmacht ausgegraben und entschärft und der Zünder - ob Aufschlag- oder chemisch-mechanischer Langzeitzünder - schon damals ausgebaut wurde. Darauf weisen Hebelspuren am abgeknickten Leitwerk der Bombe hin - und die Tatsache, dass der Heckzünder fehlt. "Der war aus Messing. Dafür gab es Geld", weiß der Sprengmeister.

Hätten er und sein Assistent Mattias Bogdanovitcz am Freitag in Aktion treten müssen, hätten alle Kleinburgwedeler inklusive der Altenheimbewohner während der Entschärfung aus Sicherheitsgründen im Ein-Kilometer-Umkreis um die Fundstelle ihre Häuser räumen und die Bahn den Zugverkehr auf der knapp 200 Meter entfernten Bahnlinie zwischen Burgwedel und Celle unterbrechen müssen.

Nach Aussage von Burgwedels Bürgermeister Axel Düker hatte die Stadtverwaltung vor Vergabe der Erschließungsarbeiten für das Gewerbegebiet Kleinburgwedel ein Fachbüro damit beauftragt, Luftbilder auszuwerten. Auf einen Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg habe es aber keinen Hinweis gegeben. "Von solchen Zufallsfunden gibt es noch reichlich", sagt Ralf Reisener. Und da klingt sein Unmut darüber durch, dass das Land Niedersachsen die systematische Suche von Blindgängern aufgegeben habe.

Am Nachmittag wurde die Kleinburgwedeler Bombe in einen Fachbetrieb abtransportiert. Laut Reisener wird der Sprengkörper dort vor seiner Entsorgung in Scheiben gesägt.

doc6rwhfxe9uyf1irix15lg

Fotostrecke Burgwedel: Baggerfahrer stößt auf Fünf-Zentner-Bombe

Zur Bildergalerie
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten