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Zum Abschied gibt es eine Drehleiter

Burgwedel Zum Abschied gibt es eine Drehleiter

Da zieht nicht nur die Feuerwehr ihren Hut - oder besser Helm: Nach 46 Jahren als freiwilliger Lebensretter und 14 Jahren an der Spitze der Stadtfeuerwehr ist Friedhelm Leisenberg am Freitagabend feierlich in den Ruhestand verabschiedet worden.

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Spaß gehört dazu: Zum Abschied bekommt der scheidende Stadtbrandmeister Friedhelm Leisenberg von Bürgermeister Axel Düker die ersehnte Drehleiter geschenkt - aus Plastik.

Quelle: Carina Bahl

Burgwedel. Die Reden waren so warmherzig und voller Lob, da hätten sich die vielen Einsatzfahrzeuge vor dem Amtshof fast rosarot gefärbt. Was Friedhelm Leisenberg Besonderes für Burgwedel geleistet hat, das lässt sich schon an der nüchternen Statistik erkennen: Am 1. April 1969 ist er der Feuerwehr Kleinburgwedel beigetreten, 1978 wurde er dort Vize-Chef, 1988 Ortsbrandmeister. 2001 folgte der Posten des Gemeindebrandmeisters - seit 2003 ist er Stadtbrandmeister. Dass Leisenberg dafür am Freitag zum Ehrenstadtbrandmeister ernannt wurde, erklärt sich wohl von selbst.

„Heute geht ein Urgestein und eine Institution der Feuerwehr“, machte Bürgermeister Axel Düker aber schnell deutlich, dass Leisenberg viel mehr für Burgwedel getan hat, als 46 Jahre lang zu jedem Einsatz zu eilen. Ob das Sparkonzept „aus drei mach zwei“ bei der Anschaffung der neuen Einsatzfahrzeuge oder der jetzt von der Politik abgesegnete Auftrag für den Feuerwehrbedarfsplan - mit einer gesunden Mischung aus Diplomatie, Sachverstand und Beharrlichkeit hat der Stadtbrandmeister für seine Crew gekämpft. „Und das immer mit Stil“, lobte Ex-Bürgermeister Hendrik Hoppenstedt. „Während sich in anderen Kommunen Rat, Verwaltung und Feuerwehr öffentlich beschimpft haben, hast du immer den guten Ton bewahrt.“

Und was lässt sich über den Mensch Friedhelm Leisenberg sagen? Viel, so zählten seine Wegbegleiter auf: sympathisch, humorvoll, kompromissbereit, vorausschauend, uneigennützig, gesellig, wissend, überzeugend, verlässlich - und vor allem unvergesslich. „Ich kann mich noch gut an den Anfang erinnern“, sagte Kleinburgwedels Ortsbrandmeister Walter Sonnefeld - „als du einen gelben Manta gefahren bist und uns bei Einsatzfahrten schon einmal der Sprit ausging.“

Leisenberg - gelassen wie er nun einmal ist - absolvierte seine Abschiedsrede in Rekordzeit: „Es war mir eine Ehre.“ Ein kleiner Hinweis in Richtung Rathaus, wie wichtig neue Gerätehäuser wären, ließ er augenzwinkernd dann doch einfließen. Aber da konnte der Bürgermeister kontern: „Einen Wunsch will ich dir erfüllen“, scherzte Düker - und überreichte lachend eine Spielzeug-Drehleiter: „Die hast du so oft gefordert.“

Von Carina Bahl

Ingo Motl wird Feuerwehrchef

In die Freitagabend mehrfach beschworenen „großen Fußstapfen“ Friedhelm Leisenbergs wagt sich ab 1. August der Großburgwedeler Ingo Motl. Mit seinen 56 Jahren kann der Hauptbrandmeister viel Feuerwehrerfahrung und Führungskompetenz vorweisen:

1978 ist er in die Feuerwehr eingetreten – damals noch in Lehrte. Mit dem Umzug nach Burgwedel zehn Jahre später hielt der dreifache Vater und zweifache Opa an seinem Ehrenamt fest, wurde 2003 sogar stellvertretender Ortsbrandmeister der Schwerpunktfeuerwehr Großburgwedel. Seit zweieinhalb Jahren ist er jetzt Leisenbergs Stellvertreter und bereit für die Aufgabe: „Hinter mir steht ja ein tolles Team“, betont Motl. „Und ich bin so lange schon Feuerwehrmann, da kann mich nicht mehr viel erschrecken.“

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