Ein Anwohner im Harz machte Gabriele Hiller (Bündnis 90/Die Grünen) auf das Thema aufmerksam. Die Firma MaXXon aus Osterode will am Ostrand der Stadt Langelsheim ein Ersatzbrennstoff-Heizkraftwerk (EBS) bauen.
Ersatzbrennstoffe sind Abfälle aus Gewerbe sowie Bauschutt und können Stoffe wie Quecksilber, Blei und Cadmium enthalten. Der Standort ist 2,5 Kilometer von der Granetalsperre entfernt. Von dort wird fast ganz Pattensen über den städtischen Eigenbetrieb mit Trinkwasser versorgt. In Langelsheim protestiert eine Bürgerinitiative (http://langelsheim.mettre.de) gegen das Bauvorhaben, das noch im Genehmigungsverfahren ist. „Die Anwohner laufen Sturm dagegen“, sagt Hiller. Sie befürchtet Auswirkungen auf das Trinkwasser, wenn Abgase und Partikel aus dem Kraftwerk bei Nordwest-Wind zur Sperre wehen.
Nach Angaben von Stadtsprecherin Andrea Steding hat sich die Pattenser Stadtverwaltung schriftlich an die Harzwasserwerke gewandt und ihre Bedenken geäußert. „Weil wir keine Anlieger sind, werden wir formal nicht beteiligt“, sagt Steding.
Die Redener und Koldinger erhalten ihr Wasser von Enercity (Stadtwerke Hannover). Das ist auch der Versorger für Arnum, Harkenbleck, Hemmingen-Westerfeld und Wilkenburg. Eon-Avacon ist Wasserversorger für Hiddestorf, Ohlendorf und Devese. Nach Auskunft von Eon-Avacon-Sprecherin Christina Schulz nutzt auch ihr Unternehmen Wasser aus der Granetalsperre. Über den Bau des Kraftwerks wisse ihr Unternehmen „noch nichts Konkretes“, sagte sie.
Das Wasser von Enercity kommt nur zu einem geringen Teil – etwa fünf bis zehn Prozent – aus dem Harz: von der Grane- und der Sösetalsperre. „Wir nutzen hauptsächlich unsere großen Wasserwerke im Fuhrberger Feld“, sagte Enercity-Sprecher Carlo Kallen. Grundsätzlich werde Trinkwasser in Deutschland streng kontrolliert. Enercity gehe davon aus, dass der Bau keine negativen Auswirkungen haben werde.
Ein Sprecher der Harzwasserwerke, Henry Bodnar, bestätigte auf Anfrage schriftlich, dass der Versorger als Träger öffentlicher Belange in das Verfahren rund um das Kraftwerk eingebunden sei. Eine „abschließende Bewertung der Emissionsgegebenheiten“ sei derzeit nicht möglich, weil die Daten der antragstellenden Firma noch nicht vorlägen. Bodnar schreibt: „Die Harzwasserwerke GmbH wird strikt darauf achten, dass negative Auswirkungen durch Emissionen und Immissionen des Ersatzbrennstoff-Heizkraftwerkes auf die Einzugsgebiete der Talsperen und deren Wasserkörper nicht befürchtet werden müssen.“
von Kim Gallop
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Kommentare
Wasserqualität ein Betroffener – 22.05.09
Das bei Langelsheim geplante und bereits beantragte Werk ist kein "Heizkraftwerk", wie genannt, sondern es wurde eine "Abfallverbrennungsanlage" für ca. 250 000 t Müll/Jahr beantragt (Quelle: Nds. Ministerialblatt).Nicht nur das Trinkwasser wird gefährdet, auch die Luftkurorte Wolfshagen und Lautenthal sind extrem bedroht. Und eine solche Anlage passt auch nicht in das Fremdenverkehrs- und Erholungsgebiet Harz!
Da der Harz auch der Erholung der Hannoveraner dient, sollten diese vehement Front gegen diese "Dreckschleuder" und den verunstaltenden Bau machen. Informiert Eure Landtagsabgeordneten!
Die (noch) schöne Harz-Natur und Waldluft dürfen nicht leiden!