Ronnenberg . Der städtische Kämmerer Frank Schulz hat am 2. Januar Kassensturz gemacht. Demnach hat die Stadt finanziell ein sehr gutes Jahr hinter sich gebracht. Anfang 2011 hatte die Verwaltung mit einem Defizit von 3,94 Millionen Euro für die Finanzierung ihrer Verwaltungstätigkeit gerechnet. Nun ist lediglich ein Defizit von 395.000 Euro übrig geblieben.
Der Kämmerer hat den Ratspolitikern im Verwaltungsausschuss am Mittwochabend den überraschend günstigen Jahresabschluss vorgelegt. Ein Grund für die guten Zahlen sei der wirtschaftliche Aufschwung, sagt Schulz. Statt wie erwartet vier Millionen Euro Gewerbesteuer nahm die Stadt 5,08 Millionen Euro ein.
Die gute Konjunktur macht sich auch beim Einkommenssteueranteil für Ronnenberg bemerkbar. Hier beträgt das unerwartete Plus 465.000 Euro. Die Stadt erhielt darüber hinaus zusätzlich 200.000 Euro aus den Steuereinnahmen des Landes.
Finanziell günstig wirkt sich zudem die Radaranlage an der Bundesstraße 217 in der Ortslage Ronnenberg aus. 291.000 Euro macht Ronnenbergs Anteil der Bußgeldzahlungen aus, die Temposünder innerhalb von 18 Monaten an die Region entrichten mussten. Erwartet hatte die Stadtverwaltung für 2011 lediglich 70.000 Euro.
Die Stadt hat ebenfalls zu dem positiven Jahresergebnis beigetragen. 555.000 Euro für Sach- und Dienstleistungen sparte die Verwaltung mit einer Haushaltssperre ein, die Bürgermeister Wolfgang Walther Anfang 2011 erlassen hatte. 223.000 Euro sparte die Verwaltung zudem bei weiteren Ausgaben ein.
Zudem beeinflusst das niedrige Zinsniveau am Kreditmarkt die städtischen Finanzen günstig. Die Verwaltung musste 177.000 Euro Zinsen weniger zahlen als erwartet. „Der durchschnittliche Zinssatz für Liquiditätskredite betrug 2011 weniger als ein Prozent“, berichtet Schulz. 2008 musste die Stadt für kurzfristige Kredite noch vier Prozent bezahlen.
Trotz der guten Konjunktur haben sich die Finanzen der Stadt von den Auswirkungen der Finanzmarktkrise 2008 noch nicht erholt. „Von den damaligen Einnahmen sind wir immer noch um mehr als 300.000 Euro entfernt“, sagt Schulz.
Kerstin Siegmund
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