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Biotop soll in Gefahr sein

Büffel sind bei Jägern umstritten


Jagdpächter aus Sorsum sind mit dem Einsatz der Wasserbüffel an der Ihme nicht einverstanden. Sie sehen ein Biotop in Gefahr.
Friedrich Hüper streichelt Wasserbüffelkuh Tina, die bald an der Ihme weiden soll.

Friedrich Hüper streichelt Wasserbüffelkuh Tina, die bald an der Ihme weiden soll.

© Kerstin Siegmund

Calenberger Land. Jagdpächter Karl-Peter Ehlermann aus dem Jagdbezirk Sorsum ist davon überzeugt, dass die geplante Büffelhaltung an der Ihme der Natur nicht nützt, sondern schadet. „Das Biotop westlich des Bahndamms zwischen Weetzen und Holtensen wird zerstört“, sagt Ehlermann. Nach dem Bau der neuen B 217 sei das Biotop als Waldfläche angelegt worden. Das Bundesjagdgesetz lasse eine Beweidung dort nicht zu. Die Fläche sollte aus dem Projekt herausgenommen werden. Der Wald sei keine Feuchtfläche und für Büffel nicht geeignet.

Der Jäger gibt zu bedenken, dass sich die Büffel nach dem Suhlen ausgiebig an Bäumen und Sträuchern scheuern. Er führt borkenlose Bäume auf Büffelweiden als Beleg an. Der Erfolg der Büffelhaltung sei umstritten. Es fehle eine wissenschaftliche Begleitung. Die Büffel hätten offensichtlich eine Fangemeinde, zu der auch die Naturschutzbehörde der Region gehöre, sagte Ehlermann am Donnerstag.

Seine Bedenken hat der Jäger den Behörden und dem Gewässerunterhaltungsverband mitgeteilt. Dessen Geschäftsführer Friedrich Hüper stellte den Jägern das Büffelprojekt im März vor. Wegen der Bedenken sei die Einzäunung der Weideflächen so gewählt worden, dass sich das Wild nicht verletzen könne. Statt vier Stacheldrähten in 30 Zentimeter Abstand bestehe der Zaun aus zwei glatten Drähten in 40 Zentimeter Abstand. Oben wurde eine Reihe Stacheldraht angebracht, damit Menschen nicht über die Zäune steigen, sagt Hüper. Es gebe an der Ihme breite Korridore für den Wildwechsel.

Ronnenbergs Naturschutzbeauftragter Rainer Tubbe kann die Aufregung nicht nachvollziehen. „Früher sind an der Ihme jahrzehntelang Rinder gehalten worden. Dafür war das Grünland immer eingezäunt“, sagt Tubbe. Bei dem Projekt sei sehr genau auf die Belange des Naturschutzes und der Jäger geachtet worden.

Kerstin Siegmund

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