Wunstorf. „Wir sollten nie vergessen, dass die Rechte und Vorzüge, die wir in Europa heute wie selbstverständlich genießen, nur in jahrelanger Arbeit und unter großen Opfern erreicht werden konnten“, sagte er vor 75 Zuhörern in der Abtei. Dabei sei der Weg Europas nie geradlinig gewesen. Von Anfang an habe der Erfolgsmotor der Europäischen Integration herbe Rückschläge wegstecken müssen.
Die EU sei geprägt von wirtschaftlicher Freiheit und Rechtsstaatlichkeit, von Toleranz und Solidarität. Davon profitierten heute mehr als 500 Millionen EU-Bürger, die in der EU arbeiten, studieren, von dort Produkte und Dienstleistungen beziehen und die Ländergrenzen häufig gar nicht mehr wahrnähmen, die vor wenigen Jahrzehnten den Kontinent trennten.
In der Bevölkerung sei die Meinung über die EU oft negativ. „Wir befinden uns in der Tat an einem Scheideweg, und der Ruf nach mehr Europa findet zahlreiche Gegenstimmen von Menschen, die jetzt an dem zweifeln, was wir erreicht haben“, stellte er fest.
Die Situation werde auch 2012 schwierig bleiben. „Wir brauchen jedoch ein starkes Europa, um in der sich herausbildenden globalen Ordnung des 21. Jahrhundert wettbewerbsfähig zu bleiben“, betonte Balz. Dabei stelle die Lösung der Schuldenkrise einzelner Mitgliedsstaaten in der Euro-Zone die größte Herausforderung dar.
Stadtverbandsvorsitzender Martin Pavel bekannte sich ebenfalls zu Europa. Er merkte jedoch kritisch an, dass mit der Schaffung der Euro-Zone versäumt worden sei, auch eine Wirtschaftszone mit gleichen Steuern zu schaffen. Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt monierte die deutsche Tendenz, alles was aus Brüssel komme, noch zu verschlimmbessern. Das führe zu noch mehr Bürokratie und oft auch zu hohen Kosten.
Jörg Rocktäschel
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