Die Kosten für Abtrag und Abtransport werden auf 8,2 Millionen Euro geschätzt. In Luthe lagern auf dem Gelände der Spedition Neukirch an der Bahnstrecke 170.000 Tonnen Asbestschlämme und -scherben. Verantwortlich für den Dreckberg ist die frühere Firma Fulgurit, für die es aber keinen Rechtsnachfolger gibt, der zur Verantwortung zu ziehen wäre. Die Halde soll erstens aus Umweltgründen verschwinden, zweitens will Neukirch das Gelände für eine Erweiterung nutzen.
Ein Plan aus dem vergangenen Jahr, das Material mit Lastwagen zur Deponie Hannover-Lahe zu bringen, scheiterte an erfolgreichen Klagen der Gemeinde Isernhagen und einer Baumschule. Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg schrieb der Region seinerzeit ins Stammbuch, Schlämme und Scherben seien gefährlicher als von der Region angenommen. Bevor diese zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen für den Transport umsetzen konnte, lief die Ablagerungsgenehmigung für Lahe aus.
Wohin das Haldenmaterial jetzt kommt, ist noch unklar. Die Region wird das Projekt „Abtransport der Halde“ ausschreiben. „Interessenten müssen uns dann auch eine Deponie nennen, das ist Teil des Auftrags. Bei der Suche hilft die Niedersächsische Gesellschaft zur Endlagerung von Sondermüll“, teilt ein Sprecher mit. Die Asbeststoffe werden dann in riesige, staubdichte Spezialbeutel, sogenannte Big Bags, gefüllt und mit Lastwagen zum Zielort gebracht.
Das Projekt kann überhaupt nur angegangen werden, weil die Beteiligten in dieser Woche einen sogenannten Finanzierungs- und Sanierungsvertrag geschlossen haben. Dieser wiederum ist notwendig, um knapp vier Millionen Euro an Fördergeld für die Altlastensanierung bei der Europäischen Union beantragen zu können. Ohne das Geld aus Brüssel wäre das Vorhaben nicht finanzierbar. „Durch den Vertragsabschluss rechnen wir mit einem schnellen Förderbescheid“, erklärt Axel Priebs, Umweltdezernent der Region. Die Behörde ist mit 3,4 Millionen Euro zweiter großer Finanzier des Abtransports. Den Rest der Summe teilen sich die Eichriede-Projekt GmbH im Auftrag der Firma Neukirch mit 667.000 Euro sowie die Stadt Wunstorf mit 150.000 Euro.
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