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Steinhude

Heine stellt erste Messergebnisse zur Kranenburg vor

Von Jörg Rocktäschel

Der Archäologe Hans-Wilhelm Heine hat am Mittwoch im vollbesetzten Saal der Strandterrassen die Ergebnisse der Vermessung der ehemaligen Burganlage vor der Mole im Steinhuder Meer vorgestellt. Die geomagnetische und die Sonaruntersuchung haben eine Fläche von 60 mal 70 Metern ergeben. Dies decke sich mit historischen Angaben über die Burg.
Archäologen suchen im Steinhuder Meer Reste der mittelalterlichen Kranenburg.

Archäologen suchen im Steinhuder Meer Reste der mittelalterlichen Kranenburg.

© Decker (Archiv)

Heine vermutet, dass die Anlage auf einer Insel im See stand, zu der eine Brücke zum Ufer und ein Steg gehörten. Allerdings sei zu wenig darüber bekannt, wie das Steinhuder Meer, dessen Spiegel zwischen 1610 und 1620 stark angestiegen sein soll, vor rund 1000 Jahren ausgesehen hat. „Da müssen die Naturwissenschaftler ran“, sagte Heine. Ob die Burg tatsächlich die legendäre Kranenburg war, müsse weitere historische Quellenforschung klären.

Entdeckt wurden bei der Untersuchung regelmäßige linienförmige Strukturen sowie Steinblöcke. Diese könnten jedoch auch vom Bau des Wilhelmstein stammen. Damals seien einige Boote gesunken. Mauerreste wurden nicht gefunden. Zahlreiche Spuren von kleinen Pfählen in etwa fünf Metern Abstand hätten die Wissenschaftler irritiert. Diese könnten Überreste der Fischerei sein. Heine will dazu Fischer befragen. Zwar sei 1905 nach Pfahlbauten gesucht worden, die Forschung sei jedoch eingeschlafen.

Die geomagnetische Untersuchung, bei der Veränderungen des Magnetfelds festgestellt werden, die bei der Zersetzung des Holzes durch Bakterien entstehen, brachte in der ersten Auswertung noch keine deutlichen Ergebnisse. Zu viele Coladosen, Ankerketten und andere Metallreste hätten zu Störungen geführt.

Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt begrüßte, dass die Wissenschaft darangehe, die Geschichte Steinhudes zu entschlüsseln und ihr auf den Grund gehe. Der Präsident des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege, Stefan Winghart, stellte in Aussicht, dass die Anlage innerhalb eines überregionalen Forschungsprojektes weiter erforscht werden könnte. Die gewonnene Erfahrung mit den neuen Untersuchungsmethoden, die noch nicht in flachen Gewässern erprobt worden waren, komme auf jeden Fall künftigen Projekten zugute.

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