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Kormoran

Schadvogel des Jahrzehnts?

Die Wahl des Kormorans zum Vogel des Jahres 2010 bezeichnet Carsten Brauer, Vorsitzender des Landesfischereiverband Niedersachsen, als umweltpolitisches Eigentor des Naturschutzbunds Deutschland (Nabu).

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Nicht jeder kann der Wahl des Kormorans zum "Vogel des Jahres 2010" etwas abgewinnen.

Nicht jeder kann der Wahl des Kormorans zum "Vogel des Jahres 2010" etwas abgewinnen.

© ddp

Der Kormoran verursache an den Fischgewässern Niedersachsens „katastrophale Fraßschäden“, sagt der Inhaber einer Räucherei in Landesbergen. Die Wahl dokumentiere erneut die einseitige „weltfremde verbandliche Vogelschutzideologie“ fern von jeglichem gesamtökologischen Grundverständnis. Es sei klimapolitisch nicht vermittelbar, die nachhaltige traditionelle heimische Fischwirtschaft dem Schutz einer dominanten Vogelart zu opfern und damit gleichzeitig den Kühlfischimport von Süßwasserfischen mit Flugzeugen aus Afrika und Asien zu fördern. Brauer führt als Beispiel die Fischarten Pangasius und Viktoriabarsch an.

Der fischfressende Kormoran, der kaum natürliche Feinde besitze, habe sich an Niedersachsens Binnengewässern stark ausgebreitet. „Die ökonomischen und gewässerökologischen Schäden sind enorm und bringen die traditionelle Binnenfischerei Niedersachsens zunehmend in akute Existenzbedrohung“, sagt Brauer. Viele Teiche hätten wegen des gewaltigen Kormoranfraßdrucks in Niedersachsen aufgegeben werden müssen. Ein Jungfischbesatz lohne oft nicht mehr, da dieser häufig nur als teures Vogelfutter diene. Zudem könnten Kormorane Krankheiten und Fischseuchen verbreiten und somit andere Arten, auch geschützte, im Bestand gefährden.

Im Steinhuder Meer würden inzwischen mehr Fische von Kormoranen gefressen als von Menschen gefangen. Brauer beruft sich auf ein im Auftrag des Landes erstelltes Gutachten aus dem Jahr 2007. Darin heißt es, dass seit 2000 die Schere zwischen Fischentnahme durch den Kormoran und der Erwerbsfischerei immer weiter auseinanderklaffe.

Der Gesamtfang der Erwerbsfischerei habe 2006 den niedrigsten Wert seit 1940 erreicht. „Bei einer Kormoranpräsens von 297 Vögeln im Jahr 2006 ergibt sich bei einer täglichen Fischentnahme von 350 Gramm zuzüglich zehn Prozent verletzter Fische eine Entnahme von 14,9 Kilogramm pro Hektar.“ Diesem Wert stehe die Entnahme der Erwerbsfischerei in der Höhe von 1,8 Kilogramm pro Hektar entgegen. „Die Fischer in Niedersachsen fordern ein verstärktes Kormoranmanagement sowie den aktiven Kormoranvergrämungsabschuss an den Fischwirtschaftsgewässern Niedersachsens zum dringenden Schutz der Fischbestände“, sagt Brauer.

von Jörg Rocktäschel


  • Wie immer... Carsten – 15.10.09
    ...ist hier Mitdenken gefragt.

    Den Naturschutz in gutem alten Großkotz irgendwelchen Wirtschaftsinteressen unterzuordnen (wie es leider nach wie vor viel zu oft passiert) ist in der Tat wenig zielführend.

    Ebenso wenig zielführend ist allerdings, sich im gegenüberliegenden Graben zu verschanzen und auf alles zu schießen, was zweifelhafte Naturschutzprojekte in Frage stellt.

    Kurz gedacht, sind die Argumente im o.g. Artikel das Geschrei der Fischereiwirtschaft.

    Vernünftig zu Ende gedacht, sorgt vor allem ein oben auch angesprochenes Problem dafür, dass man dem Umwelt- und Naturschutz letztendlich einen Bärendienst erweist:

    Indem man die inländische Land- und Fischereiwirtschaft durch beispiellose und nicht immer sinnvolle Naturschutzauflagen in die Knie zwingt, fördert man den ohnehin schon stark ausgeprägten Lebensmittelimport. Denn letztendlich geht alles nur um die Kostenfrage. Schuld daran sind in erster Linie wir, die Verbraucher, die z.B. gerne mit armen Kormoranen sympathisieren, aber die Mehrkosten durch Fraßschäden nicht an der Fischtheke bezahlen wollen.

    Darüber wiederum freut sich, neben der ausländischen Landwirtschaft (die oft weit weniger umwelt- und tierfreundlich arbeitet), vor allem das Transportgewerbe... das mit seinen Kühl-Lkws munter tonnenweise CO2 und Feinstaub in die Atmosphäre bläst.

    Fazit: stumpfes Schwarzweißdenken ist hier wenig angebracht... auch wenn es vielleicht das Öko-Gewissen ungemein beruhigt, über die böse Wirtschaft zu meckern und die armen Tiere in Schutz zu nehmen.

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  • @zackenbarsch whoknows – 13.10.09
    Ihr Kommentar ist wiederum grober Unfug. Seit wann gehört der Planet samt allem was essbar ist ausschließlich den Menschen. Der Kormoran verursacht keinen Schaden, sondern er ernährt sich. Dies ist ein in der Evolution ganz normaler Vorgang, ohne den es auch keine Menschen, weder dumme noch schlaue geben würde. Es ist klar, dass das ernähren eines Lebewesens nicht immer allen anderen Lebewesen gefällt, weil sie die gleiche Nahrung auch gerne gefressen hätten, aber genau so ist das eigentlich vorgesehen, und nur durch Übergriffe auf andere Lebewesen konnte sich der Mensch überhaupt so stark Vermehren, dass er anderen Lebewesen zur Gefahr wird. Nach ihrer Logik müsste man jetzt dringend Maßnahmen ergreifen, wie man den Vielfraß Mensch dezimiert... Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Kormoranärger zackenbarsch – 13.10.09
    Hallo!
    Ich frage mich nun schon seit Jahren. wie lang man dem Bürger noch weitere unqualifizierte Bemerkungen über die "fliegenden Ratten" zumuten will - der Kormoran ist ein Schadvogel und verursacht der Fischwirtschaft, hauptsächlich den Anglerrevieren unermesslichen Schaden, für den keiner aufkommen will und kann. Es will einfach niemand begreifen, daß diese Species mit allen Mitteln bekämpft werden muss; es ist der gleiche Ärger wie mit den Tauben, die Gebäude, Straßen und Denkmäler ruinieren und diese Biester werden immer wieder weiter gefüttert. Gegen die Dummheit und der Gleichgültigkeit der Bürger ist einfach kein Kraut gewachsen. Wie soll man dagegen vorgehen ? Würde mich echt interessieren, was die Leser meinen - die Meinungen der Sportfischer sind mir bekannt und weitere Vorgehensweisen unterstützenswert- man müsste eben die dussligen Gesetze erst mal ändern.....
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  • Sachlich falscher Artikel Buschi Blümel – 13.10.09
    Ein undifferenzierter, einseitiger und teilweise sachlich falscher Artikel.
    Schäm Dich, HAZ.....
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  • stimme zu Hank – 13.10.09
    Hört sich erst einmal schlimm an.

    Aber es ist mir auch schon aufgefallen dass bei der Haz scheinbar Pressemitteilungen oft nur "kopiert" werden. Gegenargumente, Recherche bei anderen Beteiligten kommen kaum noch vor.

    Leute passt auf was ihr lest. Wer weiss vielleicht sieht alles ganz anders aus wenn mehr Stimmen zu Wort gekommen wären.
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  • Super Artikel whoknows – 13.10.09
    Wie einseitig möchte HAZ eigentlich noch berichten. Um quasi Pressemitteilungen der Fischereilobby zu lesen braucht es keine Zeitung. Bitte recherchieren sie wenigstens auch mal selbst und stellen Argumente gegenüber. Dann kann man sich wenigstens informieren. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
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