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Wunstorf

Streit um Asbesttransport

Von Mathias Klein

Die Region Hannover und das Land Niedersachsen streiten sich um den geplanten Asbesttransport. Insgesamt liegen 170.000 Tonnen Asbestscherben auf der Halde in Wunstorf-Luthe.
Foto: Der Streit um den Asbesttransport geht weiter.

Der Streit um den Asbesttransport geht weiter.

© dpa

Wunstorf. Zwischen der Region Hannover und dem Land Niedersachsen ist offenbar ein Streit um die geplanten Asbesttransporte aus Wunstorf-Luthe in den Norden ausgebrochen „Die Region sieht das Land weiterhin in der Pflicht, die niedersächsische Rechtsposition zum Schutz der beteiligten Unternehmen durchzusetzen“, sagte ein Regionssprecher. Damit reagierte die Verwaltung auf eine Mitteilung des niedersächsischen Sozialministeriums in Hannover, nach der die Transporte gesundheitlich unbedenklich und rechtlich durchführbar sind.

Allerdings hieß es aus dem Ministerium auch, die Zuständigkeit für die Überwachung des Gefahrguttransportes ende an der Landesgrenze. Niedersachsen könne die Länder Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein nicht zur Annahme des Mülls zwingen. Die Region müsse selbst entscheiden, ob sie die Lastwagen in Gang setze, sagte Ministeriumssprecher Thomas Spieker.

Die Region hingegen vertritt die Ansicht, nur das Land könne mit den beiden Empfängerländern ein Einvernehmen erzielen. Das Land sei verpflichtet, Rechtssicherheit zu schaffen, sagte ein Behördensprecher. Spieker bezeichnete diese Auffassung als „absurd“.
Mitte Januar hatten die beiden Landesregierungen in Kiel und Schwerin die Annahme der 170. 000 Tonnen Asbestabfälle aus Luthe endgültig abgelehnt. Zuvor hatte ein Gutachten bei den geplanten Transporten „Verstöße gegen die einschlägigen gefahrgutrechtlichen und gefahrstoffrechtlichen Vorschriften“ festgestellt.

Inzwischen beschäftigt sich auch der niedersächsische Landtag mit dem Thema. Am 27. Februar muss die Region im Umweltausschuss Alternativen für die Unterbringung des Asbestmülls vorstellen. Nach derzeitigem Stand werden dabei die endgültige Lagerung am bisherigen Standort in Wunstorf-Luthe und ein Transport zur nahegelegenen Mülldeponie Kolenfeld eine Rolle spielen.

Im vergangenen Herbst hatten sich die jeweils landeseigenen Deponien Ihlenberg (Mecklenburg-Vorpommern) und Rondeshagen (Schleswig-Holstein) verpflichtet, den Sondermüll anzunehmen. Die Anwohner der beiden Deponien allerdings protestierten dagegen. Daraufhin waren die Landesregierungen zurückgerudert.

Auf der Halde in Wunstorf-Luthe lagern etwa 170. 000 Tonnen Asbestscherben. Asbest war in früheren Jahren in Verbindung mit Beton ein sehr beliebter und preiswerter Baustoff. Zum Abtransport sollen 7000 bis 8000 Lastwagenladungen nötig sein.

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